Nutzung von AR/VR in Retrofit-und Neubau-Prozessen auf einer Schiffswerft

Smartphone mit AR-Technik

VR kann helfen, den Kunden bereits während der Planungs- und Konstruktionsphase des Schiffes stärker in den Prozess einzubeziehen. Mithilfe der VR-Anwendung kann der Auftraggeber bereits lange vor Fertigstellung sehen, wie sein Schiff einmal aussehen wird und bei Bedarf umgehend Änderungen vornehmen.

Digitalisierung im Baustoffhandel: Vertriebsunterstützung durch digitale Services

Riss im Beton

Bei der WBA gibt es schon viele verschiedene Ideen zur Digitalisierung der Unternehmensprozesse und der Angebote für den Kunden. Die Verantwortlichen im Unternehmen wussten aber noch nicht genau, wie und wo sie mit der Digitalisierung anfangen sollten.

Mit der Smartphone-App zum neuen Geschäftsmodell

Wellpappe Nahaufnahme

Pappe bietet auf den ersten Blick wenig Möglichkeiten für die Digitalisierung.
Mit Kreativität und einem Blick über den Tellerrand ist es dem zweiköpfigen Bad Zwischenahner Unternehmen BEE19 jedoch gelungen, ein neues digitales Geschäftsmodell rund um dieses Material zu entwickeln.

Interviewreihe “Mit Zuversicht in die Zukunft – Die inspirierende Mittagspause”

Hand mit Wunderkerze aus dem Wasser

Diese Interviewreihe ist ein Angebot vom Interessenverband bremen digitalmedia und dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen.

Mit Zuversicht in die Zukunft

“Die inspirierende Mittagspause

Wenn wir zum Handeln gezwungen sind, dann sind wir mitunter von uns selbst überrascht. Diese Erfahrung haben auch unsere Gäste gemacht. In den kommenden Wochen werden wir in mehreren Interviews verschiedene Menschen und ihre Geschichten kennenlernen. Jeder von ihnen bringt einen anderen beruflichen Hintergrund mit und hat eigene Erfahrungen gesammelt, da jede Branche die vergangenen Monate anders erlebt hat.

Im Interview erzählen sie uns für die Dauer einer Mittagspause, vor welchen Herausforderungen sie standen und wie sie der Krise begegnet sind. Wir erfahren, wie sie die anfängliche Lähmung überwunden haben und durch Perspektivwechsel und um die Ecke denken neue Energie freigesetzt haben. Im anschließenden Austausch beantworten sie Fragen und sprechen mit uns darüber, wie aus „gezwungener Innovation“ eine Erfolgsgeschichte werden kann.

 


Wie ein Gastro-Betrieb kurzerhand zum Supermarkt wurde

Lisa-Maria Röhling im Gespräch mit Carlos Martínez vom Restaurant Muchos Más

Carlos Martínez ist Gründer des Restaurants Muchos Más. Wie der Name bereits erahnen lässt, ist das Muchos Más nicht nur ein Restaurant, sondern ein Ort, der “viel mehr” bietet. Neben kulinarischen Highlights bringen Tanz und Musik bringt das spanische Lebensgefühl nach Bremen – normalerweise.

Wie auch viele andere Unternehmen war und ist das Muchos Más stark von der Corona-Krise betroffen. Von einem Tag auf den anderen durften keine Gäste mehr kommen, die Einnahmen waren gleich Null. Carlos und sein Team mussten kreativ werden! Im Interview erzählt er uns, welche Ideen sie entwickelt haben, wie er sein Restaurant kurzerhand in einen Supermarkt umwandelte und welche Rolle soziale Medien dabei gespielt haben.

Illustration: www.leefje.de

 


Führung, Innovation, Nachhaltigkeit – Was lernen wir aus der Krise?

Lisa-Maria Röhling im Gespräch mit Unternehmensberaterin Meret Nehe

Meret Nehe begleitet Teams und Individuen in Fragen zu Nachhaltigkeit, Transformation und systemischer Innovation. Auf ganz verschiedenen Wegen unterstützt sie so Menschen und Unternehmen dabei, den Wandel zu einer nachhaltigen Zukunft aktiv und kraftvoll mitzugestalten.

Doch wie hat sich durch die Corona-Krise die Einstellung und Bereitschaft diesen Themen gegenüber verändert? Wie schaffen wir es, in der Krise neu erlernte Arbeits- und Denkweisen langfristig in unseren Arbeitsalltag einzubauen und auch in Zukunft davon zu profitieren?

Im Interview gibt uns Meret einen Einblick in ihre Arbeit, erzählt uns mehr über Nachhaltigkeit und New Work und darüber, wie sich plötzlich immer mehr Menschen mit den ganz großen Fragen des Lebens und Arbeitens beschäftigen. Dabei versorgt sie uns mit Tipps, wie wir das eigene Umdenken fördern und unseren Innovationsgeist wecken können.

Illustration: www.leefje.de

 


Wie mutige Ideen unsere Clubszene in der Krise zusammenschweißen

Lisa-Maria Röhling im Gespräch mit Victor Frei vom Verband Clubverstärker e.V

Victor Frei ist Geschäftsstellenleiter des Clubverstärker e.V., eines Verbunds von Musikspielstätten und Festivals aus Bremen, Oldenburg und dem Bremer Umland. Gegründet im Jahre 2013 setzt sich der Clubverstärker als Interessenvertretung der Club-Szene in der Region Bremen für die Belange der Musikspielstätten ein und steht individuell beratend zur Seite.

Die Club- und Festivalszene wurde von der Corona-Krise besonders hart getroffen: Alle Veranstaltungen sind bis auf weiteres abgesagt und wann es weitergeht mit Konzerten und Festivals, ist ungewiss. Während der Einzelhandel und Restaurants langsam aber sicher das Geschäft wieder ankurbeln können, bleiben die Clubs geschlossen.

Welche Ideen der Clubverstärker entwickelt hat, um die lokale Club- und Kneipenszene in der Krise zu unterstützen, welche Bedeutung die digitale Plattform Clubverstärker United! dabei hat und welche besondere Rolle die Solidarität der Bremerinnen und Bremer spielt, erfahren wir im Interview.

 


Wie sieht der digitale Ausbildungsalltag von morgen aus?

Lisa-Maria Röhling im Gespräch mit

Das Duale Studium Informatik (DSI) in Bremen bietet jungen Menschen einen vielversprechenden Einstieg in zahlreiche digitale Berufe. Neben einem Studium an Hochschule oder Universität Bremen, besuchen die Studierenden die Berufsschule und sind von Anfang an in einem DSI-Partnerunternehmen angestellt.

Doch was passiert, wenn auf einmal nichts mehr geht? Wie erleben die am DSI beteiligten Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Studierenden das duale Studium? Wie sieht der digitale Ausbildungsalltag aktuell aus, wenn sowohl theoretische als auch praktische Ausbildungsinhalte digital vermittelt werden müssen? Und ist das alles eine Vorschau auf die Ausbildung von morgen oder können wir eine Rückkehr zur früheren Normalität kaum abwarten?

Gemeinsam mit Prof. Dr. Andreas Breiter, Chief Digital Officer der Universität Bremen, Heike Precht, HR-Managerin beim DSI Unternehmen Governikus GmbH & Co. KG, Hannes Ischebeck, Schulleiter der Europaschule SZ Utbremen und Alina Thoden, Studierende des DSI, machen wir eine Bestandsaufnahme und wagen (mit Zuversicht) einen Blick in die Zukunft.

 


Menschen mit Fernweh zum Träumen einladen

Lisa-Maria Röhling im Gespräch mit Franziska Frank von Traum-Ferienwohnungen

Das Bremer Unternehmen Traum-Ferienwohnungen GmbH bringt auf seinem Online-Portal für Ferienunterkünfte seit rund 20 Jahren Gastgeber und Urlaubsgäste zusammen.

Durch die Corona-Krise und die damit einhergehenden Reisebeschränkungen wurde das Geschäftsmodell des Unternehmens jedoch auf eine harte Probe gestellt. Sämtliche Buchungen mussten auf ungewisse Zeit storniert werden, Urlaub und Reisen rückten von einem auf den anderen Tag in weite Ferne.

Für das Team kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Franziska Frank, verantwortlich für PR und Öffentlichkeitsarbeit bei Traum-Ferienwohnungen, erzählt uns im Interview, wie das Unternehmen mit der Unterstützung von Tourismusverbänden und Urlaubsdestinationen deutschlandweit kurzerhand die digitale Kampagne „Wir träumen von Urlaub“ entwickelt hat. So können digitale Reisen durch das ganze Land in die verschiedensten Regionen Deutschlands virtuell vom Sofa aus erlebt werden.

 


Haben Sie Fragen zu unserer Interviewreihe?
Sprechen Sie uns gerne an!

Lisa Buschan
WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH
0421 – 9600 262
lb@kompetenzzentrum-bremen.digital

 

 

 

 

Kunden den Blick in die Zukunft ermöglichen: Virtual Reality auf der Digitalen Werft

Frau mit AR-Brille

Wenn man etwas so komplexes wie ein Schiff bauen möchte und mit verschiedensten Fachleuten am Projekt arbeitet, ist Kommunikation das A und O. Je besser sich das Umsetzungsteam versteht, desto effizienter ist die Zusammenarbeit und desto zufriedener sind alle Beteiligten.

Bei der Konstruktion und dem Bau eines Schiffes ist es sehr wichtig, dass Kunde und Werft sich bestmöglich verstehen. Es geht dabei nicht nur um den beachtlichen monetären und zeitlichen Aspekt, sondern auch oft um die hochsensiblen Anforderungen – z.B. bei der Realisierung eines Kreuzfahrtschiffes

Die Tamsen Maritim GmbH (Rostock) entwickelt nun eine Virtual-Reality-Anwendung, die es den Auftraggebern der Werft zukünftig ermöglicht, sich schon vor Baubeginn von der Praxistauglichkeit ihres Boots oder ihres Schiffs zu überzeugen – und bei Bedarf umgehend Optimierungen vorzunehmen.

Gelungene Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft

Mitarbeiter mit Virtual-Reality-Brille, Bild: Fraunhofer IGD/ Flach

Entstanden ist die Idee im Rahmen von Innovationswerkstätten, die das Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) – ein Partner des Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrums Bremen – mit der Werft durchführte. Das Rostocker Institut verfügt über umfassende Expertise in den Bereichen Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR, „erweiterte Realität“). Während VR die Anwender vollständig in eine virtuelle Welt eintauchen lässt, beispielsweise per Headset, legt AR nur bestimmte virtuelle Inhalte über die reale Welt, die wir sehen – etwa auf dem Smartphone oder auf einer Brille.

Die Projektpartner hatten gemeinsam überlegt, wie sich VR und AR auf einer Werft einsetzen lassen, um deren Wettbewerbsfähigkeit deutlich zu stärken. Zunächst setzten sie in der Reparaturabteilung an: Mit Hilfe eines ersten Demonstrators erprobten sie, ob eine AR-Brille die Abläufe in der Wartung und dem Service schlanker gestalten könnte. Die Brille, in diesem Fall eine MS HoloLens Mixed-Reality-Brille, kann den Nutzern beispielsweise Handlungsrichtlinien für bestimmte Aufgaben anzeigen.
Allerdings erwies sich dies bei Tamsen Maritim gegenwärtig als noch nicht sinnvoll, da das Unternehmen seine Fachkräfte selbst ausbildet und diese genau wissen, was sie zu tun haben. Die Brille führte zu keinem nennenswerten Effizienzgewinn.

 

 

Steigerung der Effizienz und der Kundenzufriedenheit

An anderer Stelle erkannten die Partner jedoch großes Potenzial: Währen der Planungs- und Konstruktionsphase kann VR helfen, den Auftraggeber stärker einzubinden, sodass die Kundenzufriedenheit nach der Fertigstellung des Baus gewährleistet ist. „Mit VR-Technologien kann man dem Auftraggeber zeigen: So wird das mal aussehen.“, erklärt Guntram Flach vom Fraunhofer IGD. Die Werft entwickelt diese Anwendung jetzt am Beispiel von Seenotrettungsbooten, die sich bereits in Produktion befinden.

Bis jetzt ist es üblich, Teile des Boots oder Schiffs – vor allem die Brücke – in Lebensgröße aus Leichtbauwänden zu bauen. So können Kunden vorab testen, ob sie alle Instrumente gut sehen und erreichen, und ob sie sich in der Kabine gut bewegen können. „Es gibt bei der Gestaltung konkrete Vorschriften, die eingehalten werden müssen, aber auch variable Elemente“, so Flach. „Beim Seenotrettungsboot ist es sehr eng im Cockpit. Da muss alles passen, damit es beim Einsatz keine Komplikationen gibt.“

Schneller und günstiger als realitätsgetreuer Modellbau

Der Nachteil an den Holzmodellen im Maßstab 1:1 ist der hohe Aufwand beim Bau und den folgenden Anpassungen. In der virtuellen Realität ist dies wesentlich einfacher: Mit wenigen Klicks kann die Größe von Bauteilen verändert und die Position der Armaturen angepasst werden. Der Kunde kann das virtuelle Cockpit sofort erneut betreten und das veränderte Umfeld testen. Dadurch sparen Werft und Kunde viel Zeit und Kosten.

Um das virtuelle Modell zu erstellen, laden die Konstrukteure ihre CAD-Daten – also die digital erstellten Baupläne – in das System. Dieses entwickelt daraus automatisch eine virtuelle Umgebung, die manuell angepasst werden kann. Die VR-Umgebung ist grafisch eher schlicht gehalten, denn das System soll schlank und kostengünstig bleiben. Sie vermittelt jedoch einen präzisen optischen Eindruck des Raums. Darüber hinaus registriert sie die Bewegungen des Benutzers und gibt eine Rückmeldung, wenn er gegen virtuelle Einrichtungsgegenstände stößt.

„Die Testanwender fanden das bis jetzt sehr realistisch“, berichtet Guntram Flach. „Die meisten sind erstaunt, dass die Umsetzung in dieser Form möglich ist.“ Tamsen Maritim will das System nun auch bei Aufträgen testen, die neu hereinkommen.

Augmented Reality mit Schiffsmodell, Bild: Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen/ Casper

Geeignet für den Einsatz im Mittelstand

Das Projekt zeigt, dass VR-Technologien bereits jetzt auch in mittelständischen Unternehmen mit überschaubarem Aufwand gewinnbringend eingesetzt werden können. Die Tamsen Maritim GmbH, die auf die Wartung, den Umbau und kleine Neubauten spezialisiert ist, beschäftigt knapp 100 Mitarbeiter. Diejenigen, die das VR-System nutzen, benötigen nur eintägige Schulungen, damit sie die Konstruktionsdaten selbst einlesen und anpassen können.

Um das System einsetzen zu können, müssen die erforderlichen Daten allerdings in digitaler Form vorliegen. Die Anschaffung spezieller IT-Werkzeuge kann erforderlich sein, weil die Datenstrukturen der 3D-Modelle eines Schiffs sehr komplex sind.

Von älteren Schiffen, die umgebaut werden sollen, existieren meist nur Zeichnungen, deren Digitalisierung fürs VR-System zu aufwändig wäre. Hier besteht jedoch in manchen Fällen die Möglichkeit, die reale Umgebung mit Hilfe eines 3D-Laserscans zu digitalisieren.

Weiteres Potenzial in der Schiffbaubranche

Das VR-System von Tamsen Maritim wird sich in Zukunft weiterentwickeln und möglicherweise für weitere Anwendungen genutzt werden. „Das Unternehmen bekommt jetzt ein Gefühl dafür, was möglich ist und welche organisatorischen Veränderungen geschaffen werden müssen, um den größten Nutzen aus der Technologie zu ziehen“, erläutert Flach. Dabei geht es unter anderem um die Art und Qualität der Daten, die in digitaler Form benötigt werden.

Tamsen Maritim plant unterdessen, die VR-Technologie auch zu Marketingzwecken einzusetzen, beispielsweise auf Schiffbaumessen. Dort ist das System zurzeit ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Guntram Flach sieht Einsatzpotenzial auch bei anderen Akteuren der Branche, beispielsweise wenn es um den Bau von Schiffsbrücken für größere Schiffe geht. Interessierte können sich an ihn wenden, um weitere Informationen und Unterstützung zu erhalten.


Kontakt

Haben Sie Fragen zu diesem Projekt oder möchten sich mit dem Thema Digitalisierung in Ihrem Unternehmen auseinandersetzen?
Sprechen Sie uns gern an!

Dipl.-Inf. Guntram Flach
Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Tel. 0381 4024-156
guntram.flach@igd-r.fraunhofer.de

Rampenmanagement: LKW-Ankunft und Warenbereitstellung synchronisieren

Digitaler Umschlag Simulation am Touchdisplay

Dynamisches Rampenmanagement hilft, den Umschlag von Waren bei Produzenten und Logistikdienstleistern zu beschleunigen. Es reduziert auch die Wartezeiten für LKW-Fahrer und schützt die Bereitstellungs- und Abfertigungsvorgänge vor Unterbrechungen.

Die effiziente Organisation der Logistik ist ein zentraler Wettbewerbsfaktor für Händler und produzierende Unternehmen. Zu den störungsanfälligsten Engpässen zählen dabei die Laderampen, die als Schnittstelle zwischen dem Verlader und dem Transportunternehmen dienen. Der Einsatz digitaler Technologien hilft dabei, die Abläufe an diesem Flaschenhals deutlich zu beschleunigen.

Längere Abfertigungszeiten auch beim pünktlichen Eintreffen

Bis jetzt ist es extrem schwierig, den begrenzten Platz auf der Rampe jederzeit ideal zu nutzen. Das heute eingesetzte Slotmanagement (engl. time slot = Zeitfenster) bei der Rampenabfertigung ist oftmals zu starr, um auf die Veränderungen von Rahmenbedingungen zu reagieren, beispielsweise bei verkehrsbedingten Verspätungen oder Verzögerungen durch Produktionsausfälle. Treffen die Fahrzeuge nicht pünktlich zum angemeldeten Slot ein, ist die Rampe dennoch vorübergehend blockiert, weil die Ware dort schon bereitgestellt wurde. Daher beginnen die Verlader oft erst nach dem Eintreffen der Fahrzeuge mit der Bereitstellung der Fracht. Daraus resultieren längere Abfertigungszeiten – selbst bei pünktlicher Erreichung eines Slots. Kommen die Fahrzeuge verspätet an, müssen zusätzlich noch lange Wartezeiten auf den nächsten freien Slot oder die nächste freie Rampe in Kauf genommen werden.

Transporte schneller abfertigen

Die Kenntnis der tatsächlichen Ankunftszeit von Fahrzeugen ist daher besonders für die Intralogistik – also die unternehmensinterne Logistik – ein erheblicher Vorteil. Diese Information kann in ein Zeitfenstermanagementsystem einfließen, das automatisch einen passenden Slot zuordnet und damit zur schnellstmöglichen Abfertigung aller Transporte beiträgt. Verspätet sich ein Fahrzeug, wird ein anderes vorgezogen und die entsprechende Ladung rechtzeitig bereitgestellt.

Ein solches “Dynamisches Slotmanagement“ wollen regionale Akteure aus dem Nordwesten jetzt mit Begleitung des Mittelstand 4.0- Kompetenzzentrums Bremen entwickeln. Fahrzeuge werden dann digital mit dem System vernetzt, sodass die Rampenabfertigung optimiert und stärker automatisiert werden kann.

Vorteile ergeben sich daraus sowohl für den Verlader als auch für das Transportunternehmen. Der Verlader kann die maximale Umschlagsleistung aus dem „Nadelöhr Rampe“ herausholen, indem er die Ware gezielter bereitstellt. Das Transportunternehmen ist unterdessen nicht an einen festen Slot gefesselt, den der Fahrer auf Biegen und Brechen erreichen muss, sofern er sich nicht hintenanstellen und möglicherweise mehrere Stunden verlieren will.

Auch die Fahrer profitieren

Zur Vernetzung der Fahrzeuge mit dem Zeitfenstermanagementsystem können verschiedene Technologien genutzt werden. Es kann einfach eine App auf dem Smartphone sein, aber auch eine kleine Box, die im Lkw platziert wird. Ziel ist dabei nicht die Überwachung der Fahrer – sie profitieren vielmehr von deutlich reduzierten Wartezeiten sowie vom geringeren Druck, ein bestimmtes Zeitfenster erreichen zu müssen. Darüber hinaus werden sie umfassender informiert, beispielsweise über mögliche Wartezeiten, den zugeteilten Slot, die Nummer der Rampe, den Ansprechpartner und die vorgesehene Dauer der Verladung.

Die Disponenten behalten unterdessen die Hoheit bei der Routenplanung und müssen bei Verzögerungen seltener Umwege einplanen, damit die Fahrer einen bestimmten Slot noch erreichen. Am Ende steht ein Gewinn sowohl für die Unternehmen insgesamt als auch für die einzelnen Beschäftigten.

Weitere Informationen:

Holger Schütt
Tel: 0471 – 3098 3813
Mail: schuett@isl.org

Roland Zimmerling (aio IT for Logistics GmbH)
Tel: 0441 – 594 887 00
Mail: rzimmerling@aio.de