Mit der Smartphone-App zum neuen Geschäftsmodell

Pappe bietet auf den ersten Blick wenig Möglichkeiten für die Digitalisierung.
Mit Kreativität und einem Blick über den Tellerrand ist es dem zweiköpfigen Bad Zwischenahner Unternehmen BEE19 jedoch gelungen, ein neues digitales Geschäftsmodell rund um dieses Material zu entwickeln.

Interviewreihe “Mit Zuversicht in die Zukunft – Die inspirierende Mittagspause”

Diese Interviewreihe ist ein Angebot vom Interessenverband bremen digitalmedia und dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen.

Mit Zuversicht in die Zukunft

“Die inspirierende Mittagspause

 

Wenn wir zum Handeln gezwungen sind, dann sind wir mitunter von uns selbst überrascht. Diese Erfahrung haben auch unsere Gäste gemacht. In den kommenden Wochen werden wir in mehreren Interviews verschiedene Menschen und ihre Geschichten kennenlernen. Jeder von ihnen bringt einen anderen beruflichen Hintergrund mit und hat eigene Erfahrungen gesammelt, da jede Branche die vergangenen Monate anders erlebt hat.

Im Interview erzählen sie uns für die Dauer einer Mittagspause, vor welchen Herausforderungen sie standen und wie sie der Krise begegnet sind. Wir erfahren, wie sie die anfängliche Lähmung überwunden haben und durch Perspektivwechsel und um die Ecke denken neue Energie freigesetzt haben. Im anschließenden Austausch beantworten sie Fragen und sprechen mit uns darüber, wie aus „gezwungener Innovation“ eine Erfolgsgeschichte werden kann.

Mit diesem Format möchten wir alle Interessierten dazu anregen, von anderen zu lernen und Inspiration für sich und die eigene Arbeit mitzunehmen. 

Wie läuft das ab?

Die Interviewreihe findet wöchentlich statt. Gemeinsam mit Ihnen treffen wir uns im virtuellen Raum und schauen zunächst das Video des jeweiligen Interviews. Im Anschluss haben alle Zuschauer*innen Gelegenheit für Fragen und Austausch, denn unser Interviewgast ist ebenfalls zugeschaltet und steht Ihnen gern Rede und Antwort!

Freuen Sie sich auf Gespräche mit Köpfen aus den Bereichen Kunst & Kultur, Gastronomie, Nachhaltigkeit, Tourismus sowie Studium & Ausbildung. 

Anmeldung

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist für Sie kostenlos und erfolgt im virtuellen Raum über GoToWebinar. Den Link zum jeweiligen Termin finden Sie unten in der Veranstaltungsbeschreibung.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme,
Ihr Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen

 


Am 21. Juli 2020 um 13:00 Uhr

Menschen mit Fernweh zum Träumen einladen

Lisa-Maria Röhling im Gespräch mit Franziska Frank von Traum-Ferienwohnungen

Lisa-Maria Röhling, Moderatorin
Franziska Frank, Traum-Ferienwohnungen GmbH

Das Bremer Unternehmen Traum-Ferienwohnungen GmbH bringt auf seinem Online-Portal für Ferienunterkünfte seit rund 20 Jahren Gastgeber und Urlaubsgäste zusammen.

Durch die Corona-Krise und die damit einhergehenden Reisebeschränkungen wurde das Geschäftsmodell des Unternehmens jedoch auf eine harte Probe gestellt. Sämtliche Buchungen mussten auf ungewisse Zeit storniert werden, Urlaub und Reisen rückten von einem auf den anderen Tag in weite Ferne.

Für das Team kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Franziska Frank, verantwortlich für PR und Öffentlichkeitsarbeit bei Traum-Ferienwohnungen, erzählt uns im Interview, wie das Unternehmen mit der Unterstützung von Tourismusverbänden und Urlaubsdestinationen deutschlandweit kurzerhand die digitale Kampagne „Wir träumen von Urlaub“ entwickelt hat. So können digitale Reisen durch das ganze Land in die verschiedensten Regionen Deutschlands virtuell vom Sofa aus erlebt werden.

 


Vergangene Events

Wie ein Gastro-Betrieb kurzerhand zum Supermarkt wurde

Lisa-Maria Röhling im Gespräch mit Carlos Martínez vom Restaurant Muchos Más

Carlos Martínez ist Gründer des Restaurants Muchos Más. Wie der Name bereits erahnen lässt, ist das Muchos Más nicht nur ein Restaurant, sondern ein Ort, der “viel mehr” bietet. Neben kulinarischen Highlights bringen Tanz und Musik bringt das spanische Lebensgefühl nach Bremen – normalerweise.

Wie auch viele andere Unternehmen war und ist das Muchos Más stark von der Corona-Krise betroffen. Von einem Tag auf den anderen durften keine Gäste mehr kommen, die Einnahmen waren gleich Null. Carlos und sein Team mussten kreativ werden! Im Interview erzählt er uns, welche Ideen sie entwickelt haben, wie er sein Restaurant kurzerhand in einen Supermarkt umwandelte und welche Rolle soziale Medien dabei gespielt haben.

Illustration: www.leefje.de

 


Führung, Innovation, Nachhaltigkeit – Was lernen wir aus der Krise?

Lisa-Maria Röhling im Gespräch mit Unternehmensberaterin Meret Nehe

Meret Nehe begleitet Teams und Individuen in Fragen zu Nachhaltigkeit, Transformation und systemischer Innovation. Auf ganz verschiedenen Wegen unterstützt sie so Menschen und Unternehmen dabei, den Wandel zu einer nachhaltigen Zukunft aktiv und kraftvoll mitzugestalten.

Doch wie hat sich durch die Corona-Krise die Einstellung und Bereitschaft diesen Themen gegenüber verändert? Wie schaffen wir es, in der Krise neu erlernte Arbeits- und Denkweisen langfristig in unseren Arbeitsalltag einzubauen und auch in Zukunft davon zu profitieren?

Im Interview gibt uns Meret einen Einblick in ihre Arbeit, erzählt uns mehr über Nachhaltigkeit und New Work und darüber, wie sich plötzlich immer mehr Menschen mit den ganz großen Fragen des Lebens und Arbeitens beschäftigen. Dabei versorgt sie uns mit Tipps, wie wir das eigene Umdenken fördern und unseren Innovationsgeist wecken können.

Illustration: www.leefje.de

 


Wie mutige Ideen unsere Clubszene in der Krise zusammenschweißen

Lisa-Maria Röhling im Gespräch mit Victor Frei vom Verband Clubverstärker e.V

Victor Frei ist Geschäftsstellenleiter des Clubverstärker e.V., eines Verbunds von Musikspielstätten und Festivals aus Bremen, Oldenburg und dem Bremer Umland. Gegründet im Jahre 2013 setzt sich der Clubverstärker als Interessenvertretung der Club-Szene in der Region Bremen für die Belange der Musikspielstätten ein und steht individuell beratend zur Seite.

Die Club- und Festivalszene wurde von der Corona-Krise besonders hart getroffen: Alle Veranstaltungen sind bis auf weiteres abgesagt und wann es weitergeht mit Konzerten und Festivals, ist ungewiss. Während der Einzelhandel und Restaurants langsam aber sicher das Geschäft wieder ankurbeln können, bleiben die Clubs geschlossen.

Welche Ideen der Clubverstärker entwickelt hat, um die lokale Club- und Kneipenszene in der Krise zu unterstützen, welche Bedeutung die digitale Plattform Clubverstärker United! dabei hat und welche besondere Rolle die Solidarität der Bremerinnen und Bremer spielt, erfahren wir im Interview.

 


Wie sieht der digitale Ausbildungsalltag von morgen aus?

Lisa-Maria Röhling im Gespräch mit

Das Duale Studium Informatik (DSI) in Bremen bietet jungen Menschen einen vielversprechenden Einstieg in zahlreiche digitale Berufe. Neben einem Studium an Hochschule oder Universität Bremen, besuchen die Studierenden die Berufsschule und sind von Anfang an in einem DSI-Partnerunternehmen angestellt.

Doch was passiert, wenn auf einmal nichts mehr geht? Wie erleben die am DSI beteiligten Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Studierenden das duale Studium? Wie sieht der digitale Ausbildungsalltag aktuell aus, wenn sowohl theoretische als auch praktische Ausbildungsinhalte digital vermittelt werden müssen? Und ist das alles eine Vorschau auf die Ausbildung von morgen oder können wir eine Rückkehr zur früheren Normalität kaum abwarten?

Gemeinsam mit Prof. Dr. Andreas Breiter, Chief Digital Officer der Universität Bremen, Heike Precht, HR-Managerin beim DSI Unternehmen Governikus GmbH & Co. KG, Hannes Ischebeck, Schulleiter der Europaschule SZ Utbremen und Alina Thoden, Studierende des DSI, machen wir eine Bestandsaufnahme und wagen (mit Zuversicht) einen Blick in die Zukunft.

 


Haben Sie Fragen zu unserer Interviewreihe?
Sprechen Sie uns gerne an!

Lisa Buschan
WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH
0421 – 9600 262
lb@kompetenzzentrum-bremen.digital

 

 

 

 

Rampenmanagement: LKW-Ankunft und Warenbereitstellung synchronisieren

Dynamisches Rampenmanagement hilft, den Umschlag von Waren bei Produzenten und Logistikdienstleistern zu beschleunigen. Es reduziert auch die Wartezeiten für LKW-Fahrer und schützt die Bereitstellungs- und Abfertigungsvorgänge vor Unterbrechungen.

Die effiziente Organisation der Logistik ist ein zentraler Wettbewerbsfaktor für Händler und produzierende Unternehmen. Zu den störungsanfälligsten Engpässen zählen dabei die Laderampen, die als Schnittstelle zwischen dem Verlader und dem Transportunternehmen dienen. Der Einsatz digitaler Technologien hilft dabei, die Abläufe an diesem Flaschenhals deutlich zu beschleunigen.

Längere Abfertigungszeiten auch beim pünktlichen Eintreffen

Bis jetzt ist es extrem schwierig, den begrenzten Platz auf der Rampe jederzeit ideal zu nutzen. Das heute eingesetzte Slotmanagement (engl. time slot = Zeitfenster) bei der Rampenabfertigung ist oftmals zu starr, um auf die Veränderungen von Rahmenbedingungen zu reagieren, beispielsweise bei verkehrsbedingten Verspätungen oder Verzögerungen durch Produktionsausfälle. Treffen die Fahrzeuge nicht pünktlich zum angemeldeten Slot ein, ist die Rampe dennoch vorübergehend blockiert, weil die Ware dort schon bereitgestellt wurde. Daher beginnen die Verlader oft erst nach dem Eintreffen der Fahrzeuge mit der Bereitstellung der Fracht. Daraus resultieren längere Abfertigungszeiten – selbst bei pünktlicher Erreichung eines Slots. Kommen die Fahrzeuge verspätet an, müssen zusätzlich noch lange Wartezeiten auf den nächsten freien Slot oder die nächste freie Rampe in Kauf genommen werden.

Transporte schneller abfertigen

Die Kenntnis der tatsächlichen Ankunftszeit von Fahrzeugen ist daher besonders für die Intralogistik – also die unternehmensinterne Logistik – ein erheblicher Vorteil. Diese Information kann in ein Zeitfenstermanagementsystem einfließen, das automatisch einen passenden Slot zuordnet und damit zur schnellstmöglichen Abfertigung aller Transporte beiträgt. Verspätet sich ein Fahrzeug, wird ein anderes vorgezogen und die entsprechende Ladung rechtzeitig bereitgestellt.

Ein solches “Dynamisches Slotmanagement“ wollen regionale Akteure aus dem Nordwesten jetzt mit Begleitung des Mittelstand 4.0- Kompetenzzentrums Bremen entwickeln. Fahrzeuge werden dann digital mit dem System vernetzt, sodass die Rampenabfertigung optimiert und stärker automatisiert werden kann.

Vorteile ergeben sich daraus sowohl für den Verlader als auch für das Transportunternehmen. Der Verlader kann die maximale Umschlagsleistung aus dem „Nadelöhr Rampe“ herausholen, indem er die Ware gezielter bereitstellt. Das Transportunternehmen ist unterdessen nicht an einen festen Slot gefesselt, den der Fahrer auf Biegen und Brechen erreichen muss, sofern er sich nicht hintenanstellen und möglicherweise mehrere Stunden verlieren will.

Auch die Fahrer profitieren

Zur Vernetzung der Fahrzeuge mit dem Zeitfenstermanagementsystem können verschiedene Technologien genutzt werden. Es kann einfach eine App auf dem Smartphone sein, aber auch eine kleine Box, die im Lkw platziert wird. Ziel ist dabei nicht die Überwachung der Fahrer – sie profitieren vielmehr von deutlich reduzierten Wartezeiten sowie vom geringeren Druck, ein bestimmtes Zeitfenster erreichen zu müssen. Darüber hinaus werden sie umfassender informiert, beispielsweise über mögliche Wartezeiten, den zugeteilten Slot, die Nummer der Rampe, den Ansprechpartner und die vorgesehene Dauer der Verladung.

Die Disponenten behalten unterdessen die Hoheit bei der Routenplanung und müssen bei Verzögerungen seltener Umwege einplanen, damit die Fahrer einen bestimmten Slot noch erreichen. Am Ende steht ein Gewinn sowohl für die Unternehmen insgesamt als auch für die einzelnen Beschäftigten.

Weitere Informationen:

Holger Schütt
Tel: 0471 – 3098 3813
Mail: schuett@isl.org

Roland Zimmerling (aio IT for Logistics GmbH)
Tel: 0441 – 594 887 00
Mail: rzimmerling@aio.de

Mensch-Roboter-Kollaboration: Effizienzsteigerung und Entlastung

Kooperativer Roboter hält ein zu schweißendes Bauteil.

Das Spektrum der Aufgaben, die von Robotern übernommen werden könnten, ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Insbesondere die Möglichkeit, Maschinen nun Hand in Hand mit Menschen arbeiten zu lassen, ist eine attraktive Option für viele mittelständische Unternehmen.

Lange mussten Menschen und Roboter stets in streng getrennten Bereichen arbeiten, um Unfälle zu vermeiden. Dadurch waren die Anwendungsmöglichkeiten der Robotik enorm eingeschränkt. Mittlerweile ermöglichen neue Technologien die Kooperation auf engstem Raum – und das zu Preisen, die oft auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) rentabel sind. Allerdings gilt es, zahlreiche Faktoren zu beachten, die den Erfolg der Zusammenarbeit entweder fördern oder einschränken können.

Vorteile bei Qualität, Produktivität und Ergonomie

Mit der Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) verbinden sich große Hoffnungen, weil die Zusammenarbeit an einem Bauteil ohne zeitliche und räumliche Trennung ermöglicht wird. Die wichtigsten Vorteile dabei:

  • Ergonomische Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei schweren Tätigkeiten
  • Steigerung der Produktqualität, etwa durch erhöhte Präzision
  • Steigerung der Produktivität, beispielsweise durch die Übertragung monotoner Tätigkeiten an den Roboter und die Fokussierung des Menschen auf Arbeitsschritte, die eine größere Flexibilität erfordern

Auf diese Weise können der Mensch und der Roboter jeweils ihre Stärken zum Tragen bringen. Im Falle des Menschen sind dies vor allem die Geschicklichkeit, die Entscheidungsfähigkeit, die Flexibilität und der große Bewegungsraum. Der Roboter glänzt dagegen durch seine Kraft, Wiederholungsgenauigkeit, geringe Ausfallrate und Ausdauer.

Körperliche Belastungen vermeiden

Die Anwendungsmöglichkeiten der kollaborativen Roboter – auch „Cobots“ genannt – sind ausgesprochen vielfältig. Neben der Automobilindustrie, die traditionell die meisten Roboter nutzt, gelten der mittelständische Maschinen- und Anlagenbau sowie die Metallindustrie als besonders vielversprechende Einsatzbereiche. Den Möglichkeiten sind dabei kaum Grenzen gesetzt: Auch im Handwerk, der Lebensmittelindustrie, dem Bau und der Agrarwirtschaft stehen körperlich belastende Tätigkeiten auf der Tagesordnung, sodass Roboter ihre Stärken ausspielen können.

Einer Umfrage des BIBA – Bremer Instituts für Produktion und Logistik zufolge erwarten Unternehmen die zukunftsträchtigsten Einsatzmöglichkeiten der kollaborativen Roboter in den folgenden Unternehmensbereichen:

  • Montage (insgesamt 65%)
  • Fertigung (14%)
  • Versand und Kommission (7%)
  • Produktionslogistik (7%)
  • Qualitätssicherung (5%)
  • Lackierung (2%)

Robotersteuerung ohne Programmierkenntnisse

Die enge Kooperation von Menschen und Robotern ist durch zahlreiche technische Entwicklungen in den letzten Jahren möglich geworden. Unter anderem sorgen ausgereifte Sensoren jetzt zuverlässig dafür, dass Roboter rechtzeitig gestoppt werden, ehe sie mit einer Person kollidieren. Der Großteil der kollaborativen Roboter auf dem Markt setzt hierfür auf die sogenannte Kraft- und Leistungsbegrenzung. Diese Leichtbauroboter sind jedoch in ihrer Tragkraft eingeschränkt und können nur rund 1 bis 15 Kilogramm handhaben. Die zunehmende Verfügbarkeit kollaborativer Leichtbauroboter fördert aber die Verbreitung von Mensch-Roboter-Kollaborationen auch in kleinen und mittleren Unternehmen. Nicht zuletzt ist auch die Bedienung deutlich einfacher geworden – oft sind keine intensiven Programmierkenntnisse mehr nötig, sodass der Einsatz nicht an die ständige Verfügbarkeit von Experten gebunden ist.

Die Forschung arbeitet weiter daran, die Cobots kostengünstiger, flexibler und bedienungsfreundlicher zu machen. Am BIBA geht es unter anderem darum, sie zur Bewegung von großen Lasten zu befähigen, ohne dabei an Sicherheit einzubüßen. Von den rund 150 verschiedenen Cobots, die aktuell am Markt verfügbar sind, können nur zwei mit mehr als 20 Kilogramm belastet werden.

Sicherheitsanforderungen nicht unterschätzen

Wer den Einsatz von Cobots im eigenen Unternehmen plant, sollte zunächst analysieren, welche Prozesse dafür in Frage kommen und wie eng die Kollaboration unter realistischen Bedingungen sein kann. Grundsätzlich wird zwischen vier Kollaborationsgraden unterschieden:

  1. Vollautomatisierung – Mensch und Roboter arbeiten vollständig getrennt voneinander.
  2. Koexistenz – Getrennte Arbeitsräume, aber Kontakt ist möglich, jedoch stoppt der Roboter bei Betreten seines Arbeitsraums seine Bewegungen komplett ab, um Gefahren zu vermeiden
  3. Kooperation – Mensch und Roboter arbeiten im gemeinsamen Raum, beispielsweise an einer Werkbank, allerdings sind direkte Berührungen nicht vorgesehen.
  4. Kollaboration – Beide arbeiten im gleichen Raum und zeitglich am selben Bauteil.

Aus Sicht der Wissenschaft handelt es sich nur bei Stufe 4 um echte Mensch-Roboter-Kollaboration. Die meisten Anwendungsfälle, in denen Mensch und Roboter in Unternehmen aufeinandertreffen, erreichen die Stufen 2 oder 3. Unternehmen unterschätzen häufig das Ausmaß an organisatorischen Änderungen, die für den geeigneten Einsatz echter MRK erforderlich sind. Zum einen müssen die Arbeitsabläufe angepasst werden, zum anderen muss der Arbeitsschutz den Arbeitsplatz abnehmen – und von dort kommen oft noch Auflagen.

Unter anderem aus diesen Gründen können die Kosten das eingeplante Budget leicht übersteigen: Zwar sind Cobots oft schon ab 20.000 oder 30.000 Euro zu haben, aber die weiteren Ausrüstungsgegenstände, beispielsweise kollaborative Greifer, sowie die sichere Einrichtung der Arbeitsplätze und die Inbetriebnahme treiben die Gesamtkosten in die Höhe. Besonders für KMU ist eine realistische Planung und passgenaue Umsetzung daher ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Einführung der MRK.

Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum informiert Unternehmen

Als Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen unterstützen wir Unternehmen kostenlos beim Einstieg in die Mensch-Roboter-Kollaboration. Experten geben Impulse für die Identifizierung von Prozessen und Arbeitsplätzen, die für die Zusammenarbeit mit kollaborativen Robotern geeignet sind. Dabei sprechen wir mit den Beschäftigten, um deren Meinung einzuholen, wo Entlastung benötigt wird. Die frühzeitige Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann zusätzlich helfen, die Akzeptanz für MRK-Projekte im Unternehmen zu erhöhen.

Ansprechpartner

Aaron Heuermann, Tel. 0421 218-50172, E-Mail: her@biba.uni-bremen.de

Auf der großen Digitalisierungs-Convention wurde mutig in die Zukunft geblickt

Teilnehmer der Convention "Das Digitale Jetzt" bei der Vorstellung der Praxisbeispiele.

Rund 120 Gäste, Aussteller und Referenten feierten am 26. September 2019 gemeinsam das einjährige Bestehen der Veranstaltungsreihe “Das digitale Jetzt”. Bei der großen Digitalisierungs-Convention im Flydeck im Ecos Office Center auf dem Teerhof blickten sie zurück auf das vergangene Jahr, aber vor allem nach vorne in Richtung Zukunft: Künstliche Intelligenz, Augmented Reality, 3D-Druck, Gamification – in Workshops und in der Ausstellung gab es nicht nur Informationen dazu, sondern die Gäste konnten auch vieles selbst ausprobieren.
Lesen Sie den gesamten Artikel auf der Seite von bremen-digitalmedia.de
Zu den Fotos des Events geht es hier.
 

“Das digitale Jetzt – spannende Beispiele aus der Praxis” ist eine Veranstaltungsreihe von bremen digitalmedia und des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen. Mit der Reihe sollen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen eingeladen werden, sich mit verschiedenen Themen der Digitalisierung auseinander zu setzen und im Dialog mit Experten aus der Praxis weiter zu bilden.

Die nächsten Termine sind

30. Oktober 2019, 17:00 Uhr, Radiusmedia KG augment it: “Willkommen in der neuen Welt – Mit AR schneller ans Ziel”

13. November 2019, 17:00 Uhr, ProLog Innovation: “LEGO SERIOUSPLAY® als Kreativitäts- und Kommunikationsmethode”

10. Dezember 2019, 17:00 Uhr, DOCK.ONE: “Digitale Innovationen für den Maschinen- und Anlagenbau”

Mit Design Thinking neue Wege für den Kundenservice eröffnen

Mit Design Thinking neue Wege für den Kundenservice eröffnen

Am 10. September fand ein Design Thinking Workshop mit der TTS MARINE GmbH aus Bremen statt. Die TTS MARINE GmbH ist ein Unternehmen, das elektrische und hydraulische Ankerwinden in Bremen entwickelt und designt. Diese Ankerwinden werden in China produziert. In seinen Marktsegmenten gehört TTS MARINE zu den Weltmarktführern. Um seine Marktposition zu halten und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, ist das Unternehmen laufend an einer Weiterentwicklung des Geschäftsmodells interessiert, beispielsweise im Rahmen der Digitalisierung. In diesem Workshop sollte die Digitalisierung des Instandhaltungs- und Wartungsprozesses  der Schiffswinden durch den Einsatz von Datenbrillen abgebildet werden. Da das Unternehmen sich bereits im Vorhinein tiefgehender mit dem Thema Datenbrillen auseinandergesetzte hatte, waren sie zunächst als fester Bestandteil der Lösung angedacht.


Was war die Fragestellung?

Bereits im Vorfeld hat sich das Team von TTS MARINE über Problemfelder im täglichen Arbeitsablauf Gedanken gemacht und erarbeitet, dass der Einsatz von Augmented Reality (AR)-Brillen im Rahmen der Winden-Wartung und -Reparatur die Service-Techniker vor Ort auf dem Schiff unterstützen könnte. Durch die Nutzung der AR-Technologie wäre es möglich, die Techniker auf dem Schiff durch Kollegen aus der Ferne zu unterstützen.
Der Zweck des Workshops war es, den Design Thinking Prozess im Rahmen der Problemstellung zu durchlaufen. Die Methode des Design Thinking ermöglicht es Unternehmen, innerhalb kurzer Zeit systematisch neue Ideen zu entwickeln und Lösungen für bestimmte Problemstellungen zu erarbeiten. Hierbei stehen die Nutzerorientierung und die Praxistauglichkeit der Lösung im Vordergrund.


Und was ist im Workshop daraus geworden?

Das Team der TTS MARINE GmbH kam bereits mit einer klaren Vorstellung der Lösung zu uns – der Einsatz einer Datenbrille bei der Fernwartung. Da die Mitarbeiter*innen, die am Workshop teilgenommen haben, aus unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens kommen, war es jedoch erst einmal notwendig, alle Beteiligten auf einen Stand zu bringen und das Hauptproblem zu definieren.
Im Rahmen des Workshops wurden die ersten drei Stufen des Design Thinking Prozessen durchlaufen:

  1. Problem Defintion: Was ist das Problem?
  2. Empathy Buildung: Wer ist der Nutzer?
  3. Ideation: Was wäre wenn?

Hierbei stellte sich heraus, dass die größte Herausforderung nicht – wie zunächst gedacht – darin liegt, die Service-Techniker vor Ort zu unterstützen. Dieses Problem tritt erst im zweiten Schritt auf. Vielmehr ist bereits die Fehleranalyse an Bord oftmals mangelhaft oder aus der Ferne wenig nachvollziehbar, sodass eine Lösung erarbeitet werden muss, um die Fehleranalyse zu erleichtern und so Service-Einsätze effizienter zu gestalten.


Welche Ergebnisse haben wir erarbeitet und wie geht es weiter?

Als Ergebnis steht zunächst eine gemeinsame Definition des Problems und den daran beteiligten Nutzergruppen.

  1. Problem Defintion: Was ist das Problem? ⇒ Die Fehlerananlyse an Bord des Schiffes
  2. Empathy Buildung: Wer ist der Nutzer? ⇒ Das Crew-Mitglied, das die Fehleranalyse durchführt
  3. Ideation: Was wäre wenn? ⇒ Mögliche Tools zur Unterstützung bei der Fehleranalyse wären z.B. Video-Tutorials, Serious-Gaming Lernprogramme, Tablets mit Schlagwortsuche im Handbuch, ein Chat-Bot

Die Diskussion der Workshop-Teilnehmer*innen förderte die unterschiedlichen Perspektiven auf das Problem zu Tage und ermöglichte das Finden einer gemeinsamen Perspektive. Diese gemeinsame Perspektive wird nun im Unternehmen besprochen. Mithilfe der Ergebnisse des Design Thinking Prozesses wird die anvisierte Datenbrillen-Lösung erneut überdacht. Im Verlauf des Workshops stellte sich heraus, dass ein Dokumentenserver in Form eines Wikis den gleichen Effekt wie eine Datenbrille haben könnte, nur dass erstere Lösung ungleich günstiger zu bewerkstelligen ist.



Was ist Design Thinking?

Design Thinking ist eine Methode bzw. eine bestimmte Denkweise zur Entwicklung von Innovationen und Problemlösungen. Im Fokus dieser Methode stehen immer die Bedürfnisse der zukünftigen Nutzer, für die der Lösungsansatz erarbeitet wird. Basierend auf diesen Bedürfnissen entwickeln Teams im Rahmen des Design Thinking Prozesses in kurzer Zeit viele neue Ideen und kreieren Prototypen. Durch den Austausch im Team und mit den zukünftigen Nutzern werden diese ersten Lösungen kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert.
Die Design Thinking Wall bietet die Möglichkeit, das Konzept des Design Thinking zu visualisieren und das Mindset nachhaltig im Unternehmen zu verankern. Die Wall bietet die Chance, einen abstrakten Prozess als Visualisierung spielerisch erlebbar zu machen. So können große Probleme kleinteilig heruntergebrochen und schrittweise Lösungen entwickelt werden.
 

Wir suchen Unterstützung!


 
Unser Konsortialpartner das BIBA – Bremer Institut für Produktion und Logistik sucht eine*n studentische* Mitarbeiter*in
als Unterstützung für das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen.


Die folgenden Aufgaben erwarten Sie:
  • Organisatorische Unterstützung von Projekten für kleine und mittlere Unternehmen
  • Konzeptionieren und Erstellen von multimedialen Inhalten
  • Vorbereiten und Dokumentieren von Workshops, Schulungen und Innovationswerkstätten

 

Ihr Profil:
  • Technisches oder geisteswissenschaftliches Studium
  • Kommunikationsstark, pragmatisch und verbindlich
  • Interesse an Digitalisierung und Industrie 4.0
  • Sehr gute Deutschkenntnisse

 

Wir bieten:
  • Flexible Arbeitszeiten
  • Enger Kontakt zu unterschiedlichen Branchen und Firmen der Region
  • Möglichkeit der Durchführung von Abschlussarbeiten

 

Weitere Informationen:
  • Beginn: ab sofort
  • Arbeitszeit: 50 Stunden / Monat (oder nach Vereinbarung)
  • Vergütung: 11,13 € / Stunde
  • Dauer: gerne langfristig

Die Stellenausschreibung als PDF finden Sie hier.
 


Kontakt:

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung per Mail an
Markus Knak
E-Mail: kna@biba.uni-bremen.de
Tel.: 0421 / 218 – 50131
BIBA – Bremer Institut für Produktion und Logistik GmbH
Forschungsbereich: IKAP – Informations- und kommunikations­­­­technische Anwendungen in der Produktion

Business Modell Canvas – ist Ihr Geschäftsmodell gerüstet für die Digitale Welt?

Business Modell Canvas – ist Ihr Geschäftsmodell gerüstet für die Digitale Welt?

Im Rahmen eines Schulungstermins wurden Führungskräfte eines mittelständischen Unternehmens durch Mitarbeiter des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen durch verschiedenen Themen der Digitalisierung geführt.
In einer informellen Atmosphäre konnten so Ideen beschrieben und offene Fragen geklärt werden. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Erstellung eines „Business Model Canvas“ (BMC). Das BMC ist eine Methode zur Abbildung und Analyse des Geschäftsmodells. Durch das Beschreiben von Kernkompetenzen und  den Beziehungen zu (Haupt-)kunden können so Stärken und Schwächen des bestehenden oder zu erstellenden Geschäftsmodells identifiziert werden.
Diese Kompetenzen und Beziehungen wurden dann durch die wissenschaftliche Begleitung des Kompetenzzentrums von den Mitarbeitern des Unternehmens eigenständig zu Ansätzen für Digitalisierungspotentiale weiterentwickelt. Die Erarbeitung dieser Leistungen erfolgte dabei vorwettbewerblich um eine Nutzenabschätzung bei der Beauftragung eines Beratungsunternehmen durchführen zu können.
Die Teilnehmer, zu Beginn der Veranstaltung zwar skeptisch aber „offen für alles“, haben eben die Veranstaltung mit einem Rucksack voller Ideen und einer Verabredung zur weiteren Zusammenarbeit wieder verlassen. Das Unternehmen aus der Immobilienbranche wird sich auch für die Bearbeitung weiterer Themen an das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen wenden. So wurden Themen wie Datensicherheit oder Mixed Reality-Brillen als bedeutsam herausgearbeitet.
 
Haben auch Sie Interesse an einem kostenlosen Check Ihres Geschäftsmodells?
Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!
kontakt@kompetenzzentrum-bremen.digital
0421 – 6969 899 0

Ist Block-Chain-Technologie die Lösung?

Ist Block-Chain-Technologie die Lösung?

Das Thesenpapier unseres Konsortialpartners ISL steht ab sofort zum kostenfreien Download bereit
Der Seeverkehr ist von zentraler Bedeutung für die Weltwirtschaft. Mehr als 90 % der interkontinental gehandelten Güter werden auf dem Seeweg transportiert –
gerade für den „Exportweltmeister“ Deutschland sind die Häfen daher eine zentrale Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg.
Signifikante Störungen großer Häfen führen daher zu negativen Auswirkungen für die maritimen Lieferketten und Schäden für die maritime sowie die Handel treibende Wirtschaft.
Einen möglichen Angriffspunkt für Kriminelle bilden dabei die Informations- und Kommunikationstechnologien.
In seinem aktuellen Thesenpapier setzt sich das ISL mit dieser Problematik auseinander und zeigt auf, mit welchen Maßnahmen der Cybergefahr begegnet werden sollte.
Das PDF-Dokument steht hier kostenfrei zum Download bereit und bildet die Fortsetzung einer Reihe von Thesenpapieren, die das ISL in Abstimmung mit seinem Wissenschaftlichen Beirat zu aktuellen Themen aus Schifffahrt und Logistik verfasst und Ihnen zur Verfügung stellt.
Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen!