Maritim Hafenwirtschaft

Rampenmanagement: LKW-Ankunft und Warenbereitstellung synchronisieren

Dynamisches Rampenmanagement hilft, den Umschlag von Waren bei Produzenten und Logistikdienstleistern zu beschleunigen. Es reduziert auch die Wartezeiten für LKW-Fahrer und schützt die Bereitstellungs- und Abfertigungsvorgänge vor Unterbrechungen.

Die effiziente Organisation der Logistik ist ein zentraler Wettbewerbsfaktor für Händler und produzierende Unternehmen. Zu den störungsanfälligsten Engpässen zählen dabei die Laderampen, die als Schnittstelle zwischen dem Verlader und dem Transportunternehmen dienen. Der Einsatz digitaler Technologien hilft dabei, die Abläufe an diesem Flaschenhals deutlich zu beschleunigen.

Längere Abfertigungszeiten auch beim pünktlichen Eintreffen

Bis jetzt ist es extrem schwierig, den begrenzten Platz auf der Rampe jederzeit ideal zu nutzen. Das heute eingesetzte Slotmanagement (engl. time slot = Zeitfenster) bei der Rampenabfertigung ist oftmals zu starr, um auf die Veränderungen von Rahmenbedingungen zu reagieren, beispielsweise bei verkehrsbedingten Verspätungen oder Verzögerungen durch Produktionsausfälle. Treffen die Fahrzeuge nicht pünktlich zum angemeldeten Slot ein, ist die Rampe dennoch vorübergehend blockiert, weil die Ware dort schon bereitgestellt wurde. Daher beginnen die Verlader oft erst nach dem Eintreffen der Fahrzeuge mit der Bereitstellung der Fracht. Daraus resultieren längere Abfertigungszeiten – selbst bei pünktlicher Erreichung eines Slots. Kommen die Fahrzeuge verspätet an, müssen zusätzlich noch lange Wartezeiten auf den nächsten freien Slot oder die nächste freie Rampe in Kauf genommen werden.

Transporte schneller abfertigen

Die Kenntnis der tatsächlichen Ankunftszeit von Fahrzeugen ist daher besonders für die Intralogistik – also die unternehmensinterne Logistik – ein erheblicher Vorteil. Diese Information kann in ein Zeitfenstermanagementsystem einfließen, das automatisch einen passenden Slot zuordnet und damit zur schnellstmöglichen Abfertigung aller Transporte beiträgt. Verspätet sich ein Fahrzeug, wird ein anderes vorgezogen und die entsprechende Ladung rechtzeitig bereitgestellt.

Ein solches “Dynamisches Slotmanagement“ wollen regionale Akteure aus dem Nordwesten jetzt mit Begleitung des Mittelstand 4.0- Kompetenzzentrums Bremen entwickeln. Fahrzeuge werden dann digital mit dem System vernetzt, sodass die Rampenabfertigung optimiert und stärker automatisiert werden kann.

Vorteile ergeben sich daraus sowohl für den Verlader als auch für das Transportunternehmen. Der Verlader kann die maximale Umschlagsleistung aus dem „Nadelöhr Rampe“ herausholen, indem er die Ware gezielter bereitstellt. Das Transportunternehmen ist unterdessen nicht an einen festen Slot gefesselt, den der Fahrer auf Biegen und Brechen erreichen muss, sofern er sich nicht hintenanstellen und möglicherweise mehrere Stunden verlieren will.

Auch die Fahrer profitieren

Zur Vernetzung der Fahrzeuge mit dem Zeitfenstermanagementsystem können verschiedene Technologien genutzt werden. Es kann einfach eine App auf dem Smartphone sein, aber auch eine kleine Box, die im Lkw platziert wird. Ziel ist dabei nicht die Überwachung der Fahrer – sie profitieren vielmehr von deutlich reduzierten Wartezeiten sowie vom geringeren Druck, ein bestimmtes Zeitfenster erreichen zu müssen. Darüber hinaus werden sie umfassender informiert, beispielsweise über mögliche Wartezeiten, den zugeteilten Slot, die Nummer der Rampe, den Ansprechpartner und die vorgesehene Dauer der Verladung.

Die Disponenten behalten unterdessen die Hoheit bei der Routenplanung und müssen bei Verzögerungen seltener Umwege einplanen, damit die Fahrer einen bestimmten Slot noch erreichen. Am Ende steht ein Gewinn sowohl für die Unternehmen insgesamt als auch für die einzelnen Beschäftigten.

Weitere Informationen:

Holger Schütt
Tel: 0471 – 3098 3813
Mail: schuett@isl.org

Roland Zimmerling (aio IT for Logistics GmbH)
Tel: 0441 – 594 887 00
Mail: rzimmerling@aio.de

Demonstrator: e-Maritime Integrated Reference Platform (eMIR)

Der Demonstrator zeigt die Digitalisierungsmöglichkeiten für die Entwicklung, Erprobung und Validierung neuer maritimer Transportsysteme.

Demonstration von digitalen Datendiensten wie Wetterrouting, optimierte landseitige Routenfindung, Bereitstellung aktualisierter Seekarteninformationen. Weiterhin auch mobile technische Infrastruktur aus den Innovationslabor “e-Maritime Integrated Reference Platform” (eMIR) mit welcher Digitalisierungsmöglichkeiten für die Entwicklung, Technologierprobung sowie Validierung und Verifikation für neue maritime Transportsysteme demonstriert werden kann.

Was bietet der Demonstrator?

Nicht nur auf der Straße, sondern auch auf den Wasserwegen nimmt der Verkehr seit Jahren beständig zu. Daraus ergeben sich neue Anforderungen an das maritime Verkehrssystem der Zukunft. Mehr Sicherheit und Effizienz zum Schutz von Mensch und Natur bei gleichzeitig steigender Nutzung schon heute stark befahrener Schifffahrtswege ist das Ziel von eMIR (e-Maritime Integrated Reference Platform).

Der zunehmende Einsatz hochautomatisierter Systeme, der eng an den Digitalisierungsfortschritt gekoppelt ist, erfordert neue Ansätze maritimer Sicherheitskonzepte. Insbesondere die Klassifizierung (d.h. Zertifizierung) sogenannter cyberphysischer maritimer Systeme, die in komplexen Wirkzusammenhängen von Soft- und Hardwarefunktionen automatisieren, um das Bordpersonal in kritischen Situationen zu entlasten, benötigt neue Methoden und Werkzeuge. Dabei muss zum einen das Schiff als ein „System of Systems“, d.h. komplexer Zusammenschluss zahlreicher eng miteinander verzahnter Hard- und Softwareteile unterschiedlicher Hersteller überprüft werden können. Zum anderen steht das Schiff und dessen automatisierte Funktionen in Wechselwirkung mit einem Umfeld aus zukünftigem gemischt-automatisierten Verkehr, schwierigen Wind, Wellen und Wetterverhältnissen oder auch kritischen Verkehrssituationen die allesamt berücksichtig werden müssen.

Wie funktioniert das?

Hierzu werden zum einen Testfelder für die Erprobung hoch-automatisierter maritimer Systeme und zum anderen virtuelle Simulations- und Testumgebungen benötigt, mittels derer auch sehr gefährliche Situationen, wie beispielsweise kritische bzw. gefährliche Manöver mit mehrere beteiligten Schiffen automatisiert und in zahlreichen Variationen durchgespielt werden können.
Hierzu ist eMIR (https://www.emaritime.de) als eine generische, offene Kommunikations- und Serviceplattform konzeptioniert worden, die eine reale maritime Erprobungsumgebung in der Deutschen Bucht, als auch eine enge Kopplung von virtuellen Simulationen mit einer konkreten physischer Erprobung ermöglicht. Die Methoden und Werkzeuge zur Entwicklung und Überprüfung hochautomatisierter maritimer Systeme stehen auf der Plattform entlang des gesamten Entwicklungs- und Integrationsprozesses zur Verfügung.

Die Entwicklungsplattform zielt dabei insbesondere auch auf die Unterstützung von mittelständischen Unternehmen, die derartig umfangreiche Validierungs- und Erprobungsmöglichkeiten nicht im eigenen Haus zur Verfügung haben. Auch Wertschöpfungsketten durch die Integration mehrere Systeme unterschiedlicher Hersteller zu komplexen Gesamtsystemen und deren Überprüfung können über die Plattform abgebildet werden. OFFIS ist umfangreich in nationalen und internationalen Standardisierungsgremien engagiert und berücksichtigt internationaler Vorschriften und Standards. eMIR wird von OFFIS, der Universität Oldenburg gemeinsam mit zahlreichen Industriepartnern über gemeinsame Forschungsvorhaben getragen.

3D-Simulator für Container Terminals

Das Auge ist das wichtigste Sinnesorgan des Menschen. Wir verstehen komplexe Sachverhalte besser, wenn sie ansprechend aufbereitet werden.
Mithilfe von Simulationsmodellen von Container Terminals ist es möglich, Abläufe sowohl in der Planungs- und Bauphase eines neuen Terminals als auch zur Optimierung eines bestehenden Container Terminals darzustellen.
Unser mobiler Demonstrator  die 3-D-Visualisierung des Lagerbestandes (inkl. der Filterung nach bestimmten Wareneigenschaften wie etwa Güteklasse, Auslieferungsdatum, etc.) bei kleinen und mittleren Anlagen.

Online-3D-Visualisierung für Container Terminals

Der in Hamburg, Bremen und Bremerhaven ansässige Terminalbetreiber Eurogate nutzt für seine operativen Planer des Terminals eine 3D-Visualisierung des Containerterminalbestands als ein Planungssystem für den täglichen Gebrauch. Dort wird der aktuelle Containerbestand am Terminal bildlich dargestellt, durch Anklicken des Containers werden alle seine Parameter (auch Zielort, Abgnagsschiff, etc.) angezeigt. Durch das Einsetzen von Filtermechanismen der Containerattribute (u.a. Zielhafen, Gewicht, Reisenummer, Gefahrgutinformationen) erhalten die Planer schnell einen visuellen Eindruck des von ihnen zu verantworteten Planungsstandes für die Abfertigung der kommenden Schiffe und landseitigen Bewegungen auf dem Terminal.
Die Yardplaner nutzen die 3D-Visualisierung seit Einführung als integrierte Planungsunterstützung im täglichen Betrieb. Auch beim anstehenden Austausch des Terminal Operating Systems (TOS) werden sie sich für eine weitere Nutzung der intuitiven Planungsunterstützung einsetzen.

Der Hafenterminalbetreiber Eurogate nutzt für die Optimierung von Prozessen am Containerterminal eine Software, die den gesamten Terminal in 3D visualisiert und so übersichtlicher darstellt. Am Demonstrator kann jeder selbst einmal diese 3D-Visualisierungen ausprobieren und sehen, wie sie hilft, komplexe Probleme übersichtlich abzubilden.


Einsetzbar für die Branchen: (Maritime) Logistik, Verkehrs- und Transportwesen