Schweißsimulator: VR-Technik in der Schweißerausbildung

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Der Demonstrator ermöglicht die Trainingssimulation für Schweißprozesse.

Erfahren Sie, wie mithilfe einer realitätsnahmen Simulation auf Basis von Virtual Reality (VR) manuelle Schweißverfahren gelernt werden können und während der Übungsausführung Hinweise zur Optimierung der Handhabung dargestellt werden.

Generell wird ein Einsatz des Simulators im ersten Drittel der Schweißausbildung empfohlen.
Die Simulation kann Sie dabei unterstützen, typische Anfängerfehler zu vermeiden und eine ergonomische Arbeitsweise zu vermitteln. Zudem können Sie das Schweißen in Zwangspositionen (z. B. liegend oder in beengten Räumen) durch entsprechende Positionierung des Werkstücks gezielt trainieren.

Schweißen wird traditionell in Schweißkabinen erlernt. Die Lernenden schweißen isoliert und erhalten im Anschluss Feedback zu ihrem Ergebnis, der Schweißnaht. Dies ist an unserem Schweißsimulator anders:

  • Am Simulator wird das Feedback bereits während der Übungsausführung vermittelt, sodass ein besserer Lerneffekt entsteht.
  • Das Feedback erfolgt mittels Sensorik und ist neutral, was die Gespräche zwischen Lernenden und Lehrenden entspannt. Kritik wird besser angenommen, wenn Sie durch objektive Messung gestützt ist.

Im realen Schweißprozess entstehen hohe Temperaturen und UV-Strahlung, die die Augen schädigen kann. Daher wird mit Sichtschutz, Schürze und Handschuhen geschweißt.
Am Simulator entfallen die wesentlichen Gefahrenquellen. Daraus resultieren einige Vorteile:

  • Das Verletzungsrisiko ist erheblich geringer.
  • Es kann eine engere Übungsbetreuung erfolgen und eine ergonomische Arbeitshaltung leichter vermittelt werden.
  • Einzel- Gruppen-, oder Klassenraumübungen werden möglich. In einem Klassenraum kann das Bild z. B. über einen Beamer ausgegeben werden.
  • Die Barriere zum Ausprobieren des Simulators ist gegenüber einem echten Schweißgerät deutlich geringer. Der Simulator kann auf Messen und z. B. zur Berufsorientierung eingesetzt werden.
  • Der Simulator bietet einen Lernort für den weder ein Sichtschutz, noch eine Absauganlage erforderlich ist.
    Schweißen ist mit vor- und nachgelagerten Prozessen verbunden, bei denen u. A. die Übungsbleche abgekühlt, aufgetrennt, geschliffen und wieder eingespannt werden. Die Bleche im Simulator werden nur virtuell verschweißt.
  • Die Simulation erlaubt eine Wiederholung innerhalb weniger Sekunden und führt zu einer deutlich schnelleren Übungsfolge.
  • Verbrauchsmaterial wird eingespart (Bleche, Schutzgas)

 


Das Projekt „MESA – Medieneinsatz in der Schweißbranche“ (http://mesa-projekt.de) wurde im Rahmen des Programms „Digitale Medien in der beruflichen Bildung“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Vom 01.08.2015 bis 31.01.2019 wurden neue Konzepte und Technologien für die Aus- und Weiterbildung in der Schweißbranche untersucht. Die wesentlichen Forschungsschwerpunkte waren die Integration von Trainingssimulatoren und anderen digitalen Medien in die Qualifizierungsprozesse von Schweißer/-innen sowie die Realisierung von Blended-Learning-Konzepten, bei denen Präsenzveranstaltungen mit virtuellem Lernen verbunden werden.

Um die Projektinhalte anwendungsnah zu gestalten, arbeitete der Projektverbund eng mit dem DVS (Deutschen Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e.V.) sowie einem erweiterten Kreis von metallverarbeitenden Unternehmen und Bildungsträgern zusammen.

Neben den Projektpartnern setzen bereits viele Unternehmen und Bildungsträger Trainingssimulatoren in der Schweißausbildung ein (Stand 2019).

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