Spracherkennung im Maritime Chatbot

Fehlkommunikation ist ein wichtiger Auslöser für Vorfälle auf See. Um Sprachbarrieren bei mehrsprachigen Besatzungen zu überwinden, wurden die IMO Standard Marine Communication Phrases eingeführt. Am Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT aus Oldenburg steht ein dialogorientiertes Trainingssystem auf Basis der automatischen Spracherkennung zum Ausprobieren bereit. Das Ziel ist die Verbesserung der Schiff-zu-Schiff- und Schiff-zu-Land-Kommunikation durch die Integration von Spracherkennung in Kommunikations- und Lernsysteme und in das Crewing.

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Smartphone Sensorik in der Projektlogistik

Der Demonstrator zeigt die Überwachung und Verladung sperriger Bauteile mit Hilfe einfacher Smartphone Sensorik und Internetverfügbarkeit. Hierzu wird das Smartphone an dem zu verladenden Bauteil angebracht, die Positionsdaten werden in eine Cloud gesendet und dort mit Hilfe eines digitalen Zwillings visualisiert. Eine Verknüpfung mit weiteren Daten, z.B. Windgeschwindigkeit lässt somit das externe Monitoring des Verladevorgangs Wirklichkeit werden.

AR-basierte Assistenz in Wartung und Service

Dieser Demonstrator veranschaulicht Ihnen, wie AR-Technologien (z.B. MicroSoft HoloLens) für Wartungs- und Servicearbeiten und im Rahmen von Schiffsumbauten genutzt werden können.

3D-Daten im Prozess verfügbar machen

Je komplexer ein Fahrzeug – angefangen beim Auto über ein Flugzeug bis hin zu einem Schiff – desto komplexer wird die Datenstruktur des jeweiligen Modells und größer die Datenmenge für die 3D-Visualisierung.. Um auf die Datenmenge von umfangreichen 3D-Modellen bei einem Schiffsmodell effizient zugreifen zu können, bedarf es der notwendigen IT-Werkzeuge.

Mir der webVis/instant3Dhub-Plattform des Fraunhofer IGD zeigen wir Ihnen, wie die 3D-Daten solcher großen Datenmodelle jetzt auch für Schiffe in jeder Phase seines Lebenszyklus überall und interaktiv in einem Webbrowser visualisiert werden können.

Was sind die Vorteile der webVIS/instant3Dhub-Lösung?

  • Zugriff mittels Web-Browser unter Windows, Android, iOS, Desktop-PC., Tablet oder VR/AR
  • Adaptives und sicheres Visualisierungssystem
  • Automatische Aufbereitung vorhandener Daten
  • Klare Entwicklungs- und Integrationsstrategie
  • Visuelle Integration von heterogenen Daten

Dieser Demonstrator wurde im Rahmen eines Projektes gemeinsam mit der Tamsen Maritim GmbH entwickelt.

Mobile Schiffsbrücke – ein simuliertes Navigations- und Brückensystem

Mit Hilfe einer Simulationsumgebung werden insbesondere die Nutzung digitaler (maritmer) Infrastrukturen und digitaler Datendienste vorgestellt.

Wie ist die Mobile Schiffsbrücke umgesetzt?

Mit der Simualtionsumgebung HAGGIS als Demonstrationsumgebung werden insbesondere die Möglichkeiten der Nutzung digitaler (maritimer) Infrastrukturen und digitaler Datendienste sowie digitaler Infrastrukturen wie die Maritime Connectivity vorgestellt. Die Platform wird hierbei im Kontext für die Simulation maritimer Dienste und Sicherheitsdienste verwendet.
Möglichkeiten bei der Verwendung von Technologieentwicklungsplattformen wie bspw. eMIR (OFFIS Innovationslabor) für die frühzeitige simulationsbasierte Entwicklung und Erprobung digitaler Produkte und Systeme sowie deren Verifizierung und Validierung. Demonstration anhand praxisrelevanter und industrienahen Methoden der Systementwicklung, auch Inhaltlich simulative Verifizierung und Validierung.

Das bietet die Mobile Schiffsbrücke

• 3D-Simulation
• Produkte können erprobt werden
• Nach erfolgreichen Tests können alle Technologien auf See unter Realbedingungen erprobt werden
• Erprobung und Implementierung ihrer Technologie auf See durch Forschungsboot
• Landbasiertes Brückensystem überwacht währenddessen die Situation

Demonstrator: e-Maritime Integrated Reference Platform (eMIR)

Der Demonstrator zeigt die Digitalisierungsmöglichkeiten für die Entwicklung, Erprobung und Validierung neuer maritimer Transportsysteme.

Demonstration von digitalen Datendiensten wie Wetterrouting, optimierte landseitige Routenfindung, Bereitstellung aktualisierter Seekarteninformationen. Weiterhin auch mobile technische Infrastruktur aus den Innovationslabor “e-Maritime Integrated Reference Platform” (eMIR) mit welcher Digitalisierungsmöglichkeiten für die Entwicklung, Technologierprobung sowie Validierung und Verifikation für neue maritime Transportsysteme demonstriert werden kann.

Was bietet der Demonstrator?

Nicht nur auf der Straße, sondern auch auf den Wasserwegen nimmt der Verkehr seit Jahren beständig zu. Daraus ergeben sich neue Anforderungen an das maritime Verkehrssystem der Zukunft. Mehr Sicherheit und Effizienz zum Schutz von Mensch und Natur bei gleichzeitig steigender Nutzung schon heute stark befahrener Schifffahrtswege ist das Ziel von eMIR (e-Maritime Integrated Reference Platform).

Der zunehmende Einsatz hochautomatisierter Systeme, der eng an den Digitalisierungsfortschritt gekoppelt ist, erfordert neue Ansätze maritimer Sicherheitskonzepte. Insbesondere die Klassifizierung (d.h. Zertifizierung) sogenannter cyberphysischer maritimer Systeme, die in komplexen Wirkzusammenhängen von Soft- und Hardwarefunktionen automatisieren, um das Bordpersonal in kritischen Situationen zu entlasten, benötigt neue Methoden und Werkzeuge. Dabei muss zum einen das Schiff als ein „System of Systems“, d.h. komplexer Zusammenschluss zahlreicher eng miteinander verzahnter Hard- und Softwareteile unterschiedlicher Hersteller überprüft werden können. Zum anderen steht das Schiff und dessen automatisierte Funktionen in Wechselwirkung mit einem Umfeld aus zukünftigem gemischt-automatisierten Verkehr, schwierigen Wind, Wellen und Wetterverhältnissen oder auch kritischen Verkehrssituationen die allesamt berücksichtig werden müssen.

Wie funktioniert das?

Hierzu werden zum einen Testfelder für die Erprobung hoch-automatisierter maritimer Systeme und zum anderen virtuelle Simulations- und Testumgebungen benötigt, mittels derer auch sehr gefährliche Situationen, wie beispielsweise kritische bzw. gefährliche Manöver mit mehrere beteiligten Schiffen automatisiert und in zahlreichen Variationen durchgespielt werden können.
Hierzu ist eMIR (https://www.emaritime.de) als eine generische, offene Kommunikations- und Serviceplattform konzeptioniert worden, die eine reale maritime Erprobungsumgebung in der Deutschen Bucht, als auch eine enge Kopplung von virtuellen Simulationen mit einer konkreten physischer Erprobung ermöglicht. Die Methoden und Werkzeuge zur Entwicklung und Überprüfung hochautomatisierter maritimer Systeme stehen auf der Plattform entlang des gesamten Entwicklungs- und Integrationsprozesses zur Verfügung.

Die Entwicklungsplattform zielt dabei insbesondere auch auf die Unterstützung von mittelständischen Unternehmen, die derartig umfangreiche Validierungs- und Erprobungsmöglichkeiten nicht im eigenen Haus zur Verfügung haben. Auch Wertschöpfungsketten durch die Integration mehrere Systeme unterschiedlicher Hersteller zu komplexen Gesamtsystemen und deren Überprüfung können über die Plattform abgebildet werden. OFFIS ist umfangreich in nationalen und internationalen Standardisierungsgremien engagiert und berücksichtigt internationaler Vorschriften und Standards. eMIR wird von OFFIS, der Universität Oldenburg gemeinsam mit zahlreichen Industriepartnern über gemeinsame Forschungsvorhaben getragen.

Unterstützung von Wartungsarbeiten mit AR/VR

Der Demonstrator veranschaulicht Technologien, die es KMU ermöglichen digitalisierte, technische Dokumentationen zu verwenden, um Techniker bei Wartungsarbeiten intelligent zu unterstützen. KMU, die Maschinen verkaufen, können diese Technologien nutzen um ein integriertes, intelligentes Unterstützungswerkzeug für Anwender anzubieten.

Anhand eines Schaltkasten demonstrieren wir Technologien, die es KMU ermöglichen, digitalisierte technische Dokumentation zu verwenden, um Techniker bei Wartungsarbeiten intelligent zu unterstützen. KMU, die Maschinen verkaufen, können diese Technologien nutzen, um ein integriertes intelligentes Supporttool für die Anwender mit anzubieten.

Demonstrator – Simulator für Container Terminals

Simulationsmodelle von Container Terminals erlauben die Untersuchung von Abläufen sowohl in der Planungsphase und beim Ramp-up eines neuen Terminals als auch zur Optimierung eines bestehenden Terminals. Der mobile Demonstrator veranschaulicht die 3-D-Visualisierung des Lagerbestandes (inkl. der Filterung nach bestimmten Wareneigenschaften wie etwa Güteklasse, Auslieferungsdatum, etc.) bei kleinen und mittleren Anlagen.

On-Line 3D Visualisierung für Container Terminal

Der in Hamburg, Bremen und Bremerhaven ansässige Terminalbetreiber Eurogate nutzt für seine operativen Planer des Terminals eine 3D-Visualisierung des Containerterminalbestands als ein Planungssystem für den täglichen Gebrauch. Dort wird der aktuelle Containerbestand am Terminal bildlich dargestellt, durch Anklicken des Containers werden alle seine Parameter (auch Zielort, Abgnagsschiff, etc.) angezeigt. Durch das Einsetzen von Filtermechanismen der Containerattribute (u.a. Zielhafen, Gewicht, Reisenummer, Gefahrgutinformationen) erhalten die Planer schnell einen visuellen Eindruck des von ihnen zu verantworteten Planungsstandes für die Abfertigung der kommenden Schiffe und landseitigen Bewegungen auf dem Terminal.
Die Yardplaner nutzen die 3D-Visualisierung seit Einführung als integrierte Planungsunterstützung im täglichen Betrieb. Auch beim anstehenden Austausch des Terminal Operating Systems (TOS) werden sie sich für eine weitere Nutzung der intuitiven Planungsunterstützung einsetzen.

Produkte und Prozesse neu denken

Die digitale Transformation verändert alles: Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle. Dass in jedem dieser Bereiche auch neue Chancen liegen, demonstrieren die folgenden Praxisbeispiele.

Sensoren in der Pumpe: Vernetzte Wasseranalysegeräte

Die Gebrüder Heyl Analysentechnik GmbH & Co. KG entwickelt und produziert Mess- und Steuerungsgeräte für die Wasseranalyse. Zur Erhöhung der Lebensdauer einer selbst entwickelten Pumpe setzt das Unternehmen Sensorik und Aktorik ein. Dies ermöglicht die Sammlung von Belastungsdaten und – bei ausreichenden Datenmengen – die präventive Wartung, um Stillstand zu vermeiden. Neue Geräte können direkt mit IT-Systemen vernetzt werden. So stehen die Daten zusätzlich sofort für andere Anwendungen zur Verfügung – auch für die Entwicklung ganz neuer Geschäftsmodelle, bei denen die Kunden für Analyse-Dienstleistungen bezahlen.

Mehr Informationen zum Praxisbeispiel gibt es hier.

Große Online-Marktplätze für den eigenen Vertrieb nutzen

Masunt ist eine Marke der Resatur GmbH und Hersteller sowie Vertreiber von innovativen Schlüsselsafes. Um eine größere Vertriebsreichweite über Online-Marktplätze wie Amazon oder eBay zu erhalten, hat das Unternehmen mit Unterstützung der Mittelstand 4.0-Initiative zuerst eine Bestandsaufnahme der bisherigen Online-Marketing-Aktivitäten und der eCommerce-Abläufe durchgeführt. Auf Basis der Ergebnisse sowie der produktspezifischen Besonderheiten wurde ein Plan für die Marktplatzerschließung erstellt. Weitere Marktplätze und eine zunehmende Internationalisierung sollen folgen.

Mehr Informationen zum Praxisbeispiel gibt es hier.

Digitale Plattform zur Vernetzung von Beschaffungsprozessen

Die Internetplattform unamera.com vernetzt Unternehmen aus der Brau- und Agrarbranche, um Kooperationen zu stärken und Effizienzgewinne zu erzielen – insbesondere im Bereich der Beschaffung. Dafür werden zunächst die IST-Prozesse der einzelnen Brauereien aufgenommen und in einen digitalen Referenzprozess transformiert. Dieser soll anschließend in die Plattform von unamera eingebunden werden, um die Wertschöpfungsprozesse der Brauereien zu optimieren und ihnen einen besseren Marktzugang zu erschließen. So werden beispielsweise effizientere Angebots- und Bestellprozesse angestrebt. Insgesamt soll die Plattform den Brauereien helfen, sich stärker auf ihre Kernprozesse zu fokussieren und die Komplexität im Geschäft zu reduzieren.

Mehr Informationen zum Praxisbeispiel gibt es hier.

 

Neue Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle sind nicht immer klar voneinander zu trennen, da sie oftmals zusammenwirken. Die digitale Transformation erfordert eine umfangreiche Integration dieser Komponenten, um Synergieeffekte entsprechend realisieren zu können.

Mensch-Roboter-Kooperation: Entlastung und Effizienzsteigerung

Das Spektrum der Aufgaben, die von Robotern übernommen werden können, ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Insbesondere die Möglichkeit, Maschinen nun Hand in Hand mit Menschen arbeiten zu lassen, ist eine attraktive Option für viele mittelständische Unternehmen.

Lange mussten Menschen und Roboter stets in streng getrennten Bereichen arbeiten, um Unfälle zu vermeiden. Dadurch waren die Anwendungsmöglichkeiten der Robotik enorm eingeschränkt. Mittlerweile ermöglichen neue Technologien die Kooperation auf engstem Raum – und das zu Preisen, die oft auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) rentabel sind. Allerdings gilt es, zahlreiche Faktoren zu beachten, die den Erfolg der Zusammenarbeit entweder fördern oder einschränken können.

Vorteile bei Qualität, Produktivität und Ergonomie

Mit der Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) verbinden sich große Hoffnungen, weil die Zusammenarbeit an einem Bauteil ohne zeitliche und räumliche Trennung ermöglicht wird. Die wichtigsten Vorteile dabei:

• Ergonomische Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei schweren Tätigkeiten
• Steigerung der Produktqualität, etwa durch erhöhte Präzision
• Steigerung der Produktivität, beispielsweise durch die Übertragung monotoner Tätigkeiten an den Roboter und die Fokussierung des Menschen auf Arbeitsschritte, die eine größere Flexibilität erfordern

Auf diese Weise können der Mensch und der Roboter jeweils ihre Stärken zum Tragen bringen. Im Falle des Menschen sind dies vor allem die Geschicklichkeit, die Entscheidungsfähigkeit, die Flexibilität und der große Bewegungsraum. Der Roboter glänzt dagegen durch seine Kraft, Wiederholungsgenauigkeit, geringe Ausfallrate und Ausdauer.

Körperliche Belastungen vermeiden

Die Anwendungsmöglichkeiten der kollaborativen Roboter – auch „Cobots“ genannt – sind ausgesprochen vielfältig. Neben der Automobilindustrie, die traditionell die meisten Roboter nutzt, gelten der mittelständische Maschinen- und Anlagenbau sowie die Metallindustrie als besonders vielversprechende Einsatzbereiche. Den Möglichkeiten sind dabei kaum Grenzen gesetzt: Auch im Handwerk, der Lebensmittelindustrie, dem Bau und der Agrarwirtschaft stehen körperlich belastende Tätigkeiten auf der Tagesordnung, sodass Roboter ihre Stärken ausspielen können.

Einer Umfrage des BIBA – Bremer Instituts für Produktion und Logistik zufolge erwarten Unternehmen die zukunftsträchtigsten Einsatzmöglichkeiten der kollaborativen Roboter in den folgenden Unternehmensbereichen:

• Montage (insgesamt 65%)
• Fertigung (14%)
• Versand und Kommission (7%)
• Produktionslogistik (7%)
• Qualitätssicherung (5%)
• Lackierung (2%)

Robotersteuerung ohne Programmierkenntnisse

Die enge Kooperation von Menschen und Robotern ist durch zahlreiche technische Entwicklungen in den letzten Jahren möglich geworden. Unter anderem können Sensoren jetzt zuverlässig dafür sorgen, dass Roboter rechtzeitig gestoppt werden, ehe sie mit einer Person kollidieren. Der Großteil der kollaborativen Roboter auf dem Markt setzt hierfür auf die sogenannte Kraft- und Leistungsbegrenzung. Diese sogenannten Leichtbauroboter sind jedoch in ihrer Tragkraft eingeschränkt und können nur rund 1 bis 15 Kilogramm handhaben. Die zunehmende Verfügbarkeit kollaborativer Leichtbauroboter fördert aber die Verbreitung von Mensch-Roboter-Kollaborationen auch in kleinen und mittleren Unternehmen. Nicht zuletzt ist auch die Bedienung deutlich einfacher geworden – oft sind keine intensiven Programmierkenntnisse mehr nötig, sodass der Einsatz nicht an die ständige Verfügbarkeit von Experten gebunden ist.

In der Forschung wird weiter daran gearbeitet, die Cobots kostengünstiger, flexibler und bedienungsfreundlicher zu machen. Am BIBA geht es unter anderem darum, sie zur Bewegung von großen Lasten zu befähigen, ohne dabei an Sicherheit einzubüßen. Von den rund 150 verschiedenen Cobots, die aktuell am Markt verfügbar sind, können nur zwei mit mehr als 20 Kilogramm belastet werden.

Sicherheitsanforderungen nicht unterschätzen

Wer den Einsatz von Cobots im eigenen Unternehmen plant, sollte zunächst analysieren, welche Prozesse dafür in Frage kommen und wie eng die Kollaboration unter realistischen Bedingungen sein kann. Grundsätzlich wird zwischen vier Kollaborationsgraden unterschieden:

• Stufe 1: Vollautomatisierung – Mensch und Roboter arbeiten vollständig getrennt voneinander.
• Stufe 2: Koexistenz – Getrennte Arbeitsräume, aber Kontakt ist möglich, jedoch stoppt der Roboter bei Betreten seines Arbeitsraums seine Bewegungen komplett ab, um Gefahren zu vermeiden
• Stufe 3: Kooperation – Mensch und Roboter arbeiten im gemeinsamen Raum, beispielsweise an einer Werkbank, allerdings sind direkte Berührungen nicht vorgesehen.
• Stufe 4: Kollaboration – Beide arbeiten im gleichen Raum und zeitgleich am selben Bauteil.

Aus Sicht der Wissenschaft handelt es sich nur bei Stufe 4 um echte Mensch-Roboter-Kollaboration. Die meisten Anwendungsfälle, in denen Mensch und Roboter in Unternehmen aufeinandertreffen, erreichen die Stufen 2 oder 3. Unternehmen unterschätzen häufig das Ausmaß an organisatorischen Änderungen, die für den geeigneten Einsatz echter MRK erforderlich sind. Zum einen müssen die Arbeitsabläufe angepasst werden, zum anderen muss der Arbeitsschutz den Arbeitsplatz abnehmen – und von dort kommen oft noch Auflagen.

Unter anderem aus diesen Gründen können die Kosten das eingeplante Budget leicht übersteigen: Zwar sind Cobots oft schon ab 20.000 oder 30.000 Euro zu haben, aber die weiteren Ausrüstungsgegenstände, beispielsweise kollaborative Greifer, sowie die sichere Einrichtung der Arbeitsplätze und die Inbetriebnahme treiben die Gesamtkosten in die Höhe. Besonders für KMU ist eine realistische Planung und passgenaue Umsetzung daher ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Einführung der MRK.

Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum informiert Unternehmen

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen unterstützt Unternehmen kostenlos beim Einstieg in die Mensch-Roboter-Kollaboration. Experten geben Impulse für die Identifizierung von Prozessen und Arbeitsplätzen, die für die Zusammenarbeit mit kollaborativen Robotern geeignet sind. Dabei sprechen sie auch mit den Beschäftigten, um deren Meinung einzuholen, wo Entlastung benötigt wird. Die frühzeitige Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann zusätzlich helfen, die Akzeptanz für MRK-Projekte im Unternehmen zu erhöhen.

Ansprechpartner

Aaron Heuermann, Tel. 0421 218-50172, E-Mail: her@biba.uni-bremen.de

Mit Winden und Winschen zum Erfolg

Foto: Foto und Bilderwerk

Das Unternehmen

 

  • Sitz: Oldenburg
  • Größe: 130 Angestellte
  • Branche: Textil Einzelhandel, Herrenmode
  • Gründungsjahr: 1896
  • Name des KMU: Gerhard Bruns GmbH & Co KG

Bruns ist ein Familienunternehmen, das seit fast 125 Jahren im Bereich Einzelhandel für Männermode tätig ist. Es bietet Bekleidung für den Herren in jeder Lebenslage: Herrenmode, große Größen und Berufsmode. Während die Kategorien Herrenmode und Berufsmode derzeit nur in regionalen Filialen erhältlich sind, gibt es für den Bereich große Größen neben den Filialen zudem einen Online-Shop.


[two_third]Die Herausforderung[/two_third]

[two_third]Für den Einzelhandel sind soziale Medien ein wichtiger Kanal, um junge Menschen anzusprechen, gerade in der Modebranche. Das Modehaus Bruns in Oldenburg verfügt bereits über zwei Social-Media-Kanäle (Facebook und Instagram), die parallel von mehreren Angestellten gepflegt werden. Da alle zuständigen Mitarbeiter neben ihrer Haupttätigkeit im Verkauf die Social-Media-Kanäle pflegen, fehlte es bisher an Zeit für die Entwicklung eines vorausschauenden Konzepts für das Marketing in den sozialen Medien. Auch einen einheitlichen Marken-Auftritt nach außen gibt es bisher nur bedingt. Dieser ist jedoch wichtig in einer Branche, in der Konsumenten über ein starkes Markenbewusstsein verfügen. Darüber hinaus werden noch nicht alle Zielgruppen des Hauses über den Auftritt in den sozialen Medien bedient.[/two_third]

 

Herrenmode auf Bruns’ Instagram Kanal

Der Wunsch

Das Modehaus möchte die aktuelle Social-Media-Strategie überarbeiten, um die Zielgruppen besser zu erreichen und die Reichweite zu steigern. Die internen Prozesse sollen transparenter gestaltet und optimiert werden. Der bestehende Redaktionsplan soll überarbeitet werden, sodass er maßgeblich für alle genutzten Kanäle und Anwenderinnen und Anwender gilt. Langfristiges Ziel ist es, den Unternehmensumsatz zu erhöhen, das Unternehmen überregional bekannter zu machen sowie die Kundinnen und Kunden stärker an sich zu binden.


Die Vorgehensweise

Zusammen mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen wurde zunächst eine Ist-Analyse des bisherigen Social-Media-Marketings durchgeführt. Dabei ging es darum, wie bisherige Kanäle bespielt werden, wie der Redaktionsplan genutzt wird und welche Angestellten die Social-Media-Kanäle wie pflegen. In einem Workshop wurden zunächst aktuellen Wissensgrundlagen im Bereich Social Media vermittelt sowie einige Best-Practice-Beispiele vorgestellt. Im nächsten Schritt, der wiederum in Form eines Workshops durchgeführt wird, geht es darum, die Zielgruppen für die Social Medie Kanäle zu definieren, die künftigen Ziele festzulegen und Maßnahmen zu formulieren. Nachdem die Strategie von den Angestellten und der Unternehmensführung ausgearbeitet wurde, geht es in die Umsetzung, bei der das neue Wissen und die neuen Strukturen angewandt werden.


Das Ergebnis

Wie erreicht man die Zielgruppen auf Instagram?

Das Projekt befindet sich derzeit in der Umsetzungsphase.
Die Planungs- und Analysephase wurden erfolgreich abgeschlossen.

 


Methoden

  • Grundlagenschulung Social Media
  • Ist-Analyse: Nutzung der Accounts (Communitypflege, Hashtags, Verlinkungen), Followerzahlen, Bildsprache
  • Präsentation von Best-Practice-Beispielen (Nutzung von Storytelling)
  • Erstellung von Personas
  • Social-Media-Strategie

Suchmaschinen-Stichworte für Lösungsanbieter

  • Social Media Marketing
  • Online Marketing
  • Influencer Marketing

Art des benötigten Umsetzungspartners/ Dienstleisters

  • Social Media-Agentur / Kommunikationsagentur

Die Umsetzung der neuen Social Media Strategie erfolgt durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Modehauses begleitet durch das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen. Die Angestellten werden auch weiterhin die Accounts pflegen und Beiträge für die Auftritte in den sozialen Medien erstellen.


Dauer der Einführung/ Projektdauer

Das Projekt startete im März 2019 mit einer ersten Kontaktaufnahme bei der IHK Oldenburg. Im Juni folgte dann der Einführungs-Workshop Ist-Analyse/Nutzung von Social Media im Einzelhandel. Die weiteren Phasen befinden sich in der Umsetzung.


Kosten

Da das Social-Media-Marketing intern erfolgt, fallen zusätzlich nur Kosten für mögliche Werbebudgets auf den Kanälen sowie für mögliches Influencer-Marketing an.

Mit Design Thinking neue Wege für den Kundenservice eröffnen

Mit Design Thinking neue Wege für den Kundenservice eröffnen

Am 10. September fand ein Design Thinking Workshop mit der TTS MARINE GmbH aus Bremen statt. Die TTS MARINE GmbH ist ein Unternehmen, das elektrische und hydraulische Ankerwinden in Bremen entwickelt und designt. Diese Ankerwinden werden in China produziert. In seinen Marktsegmenten gehört TTS MARINE zu den Weltmarktführern. Um seine Marktposition zu halten und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, ist das Unternehmen laufend an einer Weiterentwicklung des Geschäftsmodells interessiert, beispielsweise im Rahmen der Digitalisierung. In diesem Workshop sollte die Digitalisierung des Instandhaltungs- und Wartungsprozesses  der Schiffswinden durch den Einsatz von Datenbrillen abgebildet werden. Da das Unternehmen sich bereits im Vorhinein tiefgehender mit dem Thema Datenbrillen auseinandergesetzte hatte, waren sie zunächst als fester Bestandteil der Lösung angedacht.


Was war die Fragestellung?

Bereits im Vorfeld hat sich das Team von TTS MARINE über Problemfelder im täglichen Arbeitsablauf Gedanken gemacht und erarbeitet, dass der Einsatz von Augmented Reality (AR)-Brillen im Rahmen der Winden-Wartung und -Reparatur die Service-Techniker vor Ort auf dem Schiff unterstützen könnte. Durch die Nutzung der AR-Technologie wäre es möglich, die Techniker auf dem Schiff durch Kollegen aus der Ferne zu unterstützen.
Der Zweck des Workshops war es, den Design Thinking Prozess im Rahmen der Problemstellung zu durchlaufen. Die Methode des Design Thinking ermöglicht es Unternehmen, innerhalb kurzer Zeit systematisch neue Ideen zu entwickeln und Lösungen für bestimmte Problemstellungen zu erarbeiten. Hierbei stehen die Nutzerorientierung und die Praxistauglichkeit der Lösung im Vordergrund.


Und was ist im Workshop daraus geworden?

Das Team der TTS MARINE GmbH kam bereits mit einer klaren Vorstellung der Lösung zu uns – der Einsatz einer Datenbrille bei der Fernwartung. Da die Mitarbeiter*innen, die am Workshop teilgenommen haben, aus unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens kommen, war es jedoch erst einmal notwendig, alle Beteiligten auf einen Stand zu bringen und das Hauptproblem zu definieren.
Im Rahmen des Workshops wurden die ersten drei Stufen des Design Thinking Prozessen durchlaufen:

  1. Problem Defintion: Was ist das Problem?
  2. Empathy Buildung: Wer ist der Nutzer?
  3. Ideation: Was wäre wenn?

Hierbei stellte sich heraus, dass die größte Herausforderung nicht – wie zunächst gedacht – darin liegt, die Service-Techniker vor Ort zu unterstützen. Dieses Problem tritt erst im zweiten Schritt auf. Vielmehr ist bereits die Fehleranalyse an Bord oftmals mangelhaft oder aus der Ferne wenig nachvollziehbar, sodass eine Lösung erarbeitet werden muss, um die Fehleranalyse zu erleichtern und so Service-Einsätze effizienter zu gestalten.


Welche Ergebnisse haben wir erarbeitet und wie geht es weiter?

Als Ergebnis steht zunächst eine gemeinsame Definition des Problems und den daran beteiligten Nutzergruppen.

  1. Problem Defintion: Was ist das Problem? ⇒ Die Fehlerananlyse an Bord des Schiffes
  2. Empathy Buildung: Wer ist der Nutzer? ⇒ Das Crew-Mitglied, das die Fehleranalyse durchführt
  3. Ideation: Was wäre wenn? ⇒ Mögliche Tools zur Unterstützung bei der Fehleranalyse wären z.B. Video-Tutorials, Serious-Gaming Lernprogramme, Tablets mit Schlagwortsuche im Handbuch, ein Chat-Bot

Die Diskussion der Workshop-Teilnehmer*innen förderte die unterschiedlichen Perspektiven auf das Problem zu Tage und ermöglichte das Finden einer gemeinsamen Perspektive. Diese gemeinsame Perspektive wird nun im Unternehmen besprochen. Mithilfe der Ergebnisse des Design Thinking Prozesses wird die anvisierte Datenbrillen-Lösung erneut überdacht. Im Verlauf des Workshops stellte sich heraus, dass ein Dokumentenserver in Form eines Wikis den gleichen Effekt wie eine Datenbrille haben könnte, nur dass erstere Lösung ungleich günstiger zu bewerkstelligen ist.



Was ist Design Thinking?

Design Thinking ist eine Methode bzw. eine bestimmte Denkweise zur Entwicklung von Innovationen und Problemlösungen. Im Fokus dieser Methode stehen immer die Bedürfnisse der zukünftigen Nutzer, für die der Lösungsansatz erarbeitet wird. Basierend auf diesen Bedürfnissen entwickeln Teams im Rahmen des Design Thinking Prozesses in kurzer Zeit viele neue Ideen und kreieren Prototypen. Durch den Austausch im Team und mit den zukünftigen Nutzern werden diese ersten Lösungen kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert.
Die Design Thinking Wall bietet die Möglichkeit, das Konzept des Design Thinking zu visualisieren und das Mindset nachhaltig im Unternehmen zu verankern. Die Wall bietet die Chance, einen abstrakten Prozess als Visualisierung spielerisch erlebbar zu machen. So können große Probleme kleinteilig heruntergebrochen und schrittweise Lösungen entwickelt werden.