Mitarbeiter digital erreichen

Der Digitalisierungsprozess eines Unternehmens erhält massiven Rückenwind, wenn auch die Mitarbeiter von den Maßnahmen profitieren. Neue Technologien und Assistenzsysteme können ihnen viele Aufgaben erheblich erleichtern. Die folgenden Anwendungsbeispiele stellen bewährte Möglichkeiten zur Unterstützung der Mitarbeiter durch digitale Technologien vor.

Visuelle Unterstützung

Das Unternehmen WIN Wartung und Instandhaltung GmbH aus Zwickau trifft bei seinen Kunden oft auf komplexe Maschinen und Anlagen. Die Wartungen und Reparaturen erfordern häufig das Know-how von Spezialisten, die sich mit dem jeweiligen Fall außergewöhnlich gut auskennen. Allerdings können diese Experten nicht immer vor Ort sein. Die Lösung des Problems: Eine Datenbrille ermöglicht den schnellen Informations- und Datenaustausch zwischen Service-Monteur und Spezialist. Die Brille überträgt auch Live-Videos und Fotos.

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Apps vereinfachen Kommunikation

Auch firmeninterne Apps können die Arbeit für Mitarbeiter erheblich erleichtern. Durch kundenspezifische Aufträge müssen Maschinen in Fabriken oft umgerüstet werden. Die immer wiederkehrende Informationssuche nach den passenden Einstellungen ist für die Arbeiter mit einem relativ großen Zeitaufwand verbunden. Die Mittelstand 4.0-Initiative hat ein Unternehmen jetzt bei einem Umsetzungsprojekt begleitet, das diesen Arbeitsprozess stark vereinfacht: Eine App hilft, die korrekten Einstellungen schnell zu finden. So können nicht nur erfahrene Mitarbeiter die Maschinen konfigurieren, sondern auch Angestellte mit geringeren Qualifikationen. Alle relevanten Informationen sind in der App gespeichert.

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Verbessertes Wissensmanagement

Die AMS GmbH hat ihr Wissensmanagement durch die Einführung eines nutzerfreundlichen Unternehmens-Wiki verbessert. Spezielles Wissen ist jetzt nicht mehr nur einer Person oder Abteilung des Metallbau-Unternehmens vorbehalten, sondern für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter frei zugänglich. Darüber hinaus hat das Unternehmen seinen Materialfluss optimiert, indem die Stapler mit Tablets ausgestattet wurden. Aufträge werden nun effektiver und zeitsparender verwaltet.

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Die Praxisbeispiele zeigen, dass digitale Technologien in der Lage sind, Mitarbeiter in vielen Situationen zu entlasten. Viele solcher Assistenzsysteme sind flexibel einsetzbar und nicht an Branchen gebunden.

 

Kunden digital erreichen

Mit der Digitalisierung öffnen sich neue Türen für Unternehmen, die ihre Kunden einfacher und schneller erreichen möchten. Die folgenden Praxisbeispiele zeigen, dass oft nur kleine Veränderungen im Marketing und Vertrieb notwendig sind, um neue Kunden zu gewinnen und den Bekanntheitsgrad des Unternehmens zu erhöhen.

Neue Vertriebskanäle

Gemeinsam mit der Mittelstand 4.0-Initiative hat der Weltladen Falkensee seinen Kundenstamm durch eine verbesserte Präsenz auf Social-Media-Kanälen deutlich erweitert. Parallel hat er einen Onlineshop eingerichtet, um den Verkauf der Produkte zu steigern. Kunden können Lebensmittel nun schnell und bequem von Zuhause aus bestellen.

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Visualisierung

Auch andere Unternehmen haben mit der Einführung von Onlineshops ihre Verkaufszahlen erhöht. Die AUERBACH Maschinenfabrik geht noch einen Schritt weiter und bewirbt ihre Produkte mithilfe von Simulationen. Diese zeigen Interessierten anhand von anschaulichen Beispielen, wie sich die Maschinen in die Produktion einbinden lassen und welche Funktionen dann zur Verfügung stehen. Potenzielle Kunden erhalten somit auch ein umfassenderes Bild vom tatsächlichen Platzbedarf und von den Schnittstellen zum bestehenden Produktionssystem.

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Zusätzliche Funktionen erhöhen Kundenzufriedenheit

Betreiber von Onlineshops können mittlerweile mit vergleichsweise geringem Aufwand zahlreiche weitere Funktionen zur Verbesserung des Kundenservice einsetzen. Ein Bespiel liefert die Firma My Junior, ein Hersteller von Kinderwagen. Sie ermöglicht ihren Kunden, den Produktions- und Lieferstatus der bestellten Ware online abzufragen. Ziel der automatisierten Statusmeldungen ist die Steigerung der Kundenzufriedenheit.

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Die Praxisbeispiele zeigen, dass digitale Technologien den Kunden oft einen entscheidenden Mehrwert liefern und somit auch den Unternehmen einen spürbaren Wettbewerbsvorteil verschaffen. Shopsysteme sind dabei meistens variabel einsetzbar und nicht an Branchen gebunden.

Ein traditionsbewusstes Herrenmodehaus setzt auf Social Media

Foto: Foto und Bilderwerk

Das Unternehmen

 

  • Sitz: Oldenburg
  • Größe: 130 Angestellte
  • Branche: Textil Einzelhandel, Herrenmode
  • Gründungsjahr: 1896
  • Name des KMU: Gerhard Bruns GmbH & Co KG

Bruns ist ein Familienunternehmen, das seit fast 125 Jahren im Bereich Einzelhandel für Männermode tätig ist. Es bietet Bekleidung für den Herren in jeder Lebenslage: Herrenmode, große Größen und Berufsmode. Während die Kategorien Herrenmode und Berufsmode derzeit nur in regionalen Filialen erhältlich sind, gibt es für den Bereich große Größen neben den Filialen zudem einen Online-Shop.


Die Herausforderung

[two_third]Für den Einzelhandel sind soziale Medien ein wichtiger Kanal, um junge Menschen anzusprechen, gerade in der Modebranche. Das Modehaus Bruns in Oldenburg verfügt bereits über zwei Social-Media-Kanäle (Facebook und Instagram), die parallel von mehreren Angestellten gepflegt werden. Da alle zuständigen Mitarbeiter neben ihrer Haupttätigkeit im Verkauf die Social-Media-Kanäle pflegen, fehlte es bisher an Zeit für die Entwicklung eines vorausschauenden Konzepts für das Marketing in den sozialen Medien. Auch einen einheitlichen Marken-Auftritt nach außen gibt es bisher nur bedingt. Dieser ist jedoch wichtig in einer Branche, in der Konsumenten über ein starkes Markenbewusstsein verfügen. Darüber hinaus werden noch nicht alle Zielgruppen des Hauses über den Auftritt in den sozialen Medien bedient.[/two_third]

 

Herrenmode auf Bruns’ Instagram Kanal

Der Wunsch

Das Modehaus möchte die aktuelle Social-Media-Strategie überarbeiten, um die Zielgruppen besser zu erreichen und die Reichweite zu steigern. Die internen Prozesse sollen transparenter gestaltet und optimiert werden. Der bestehende Redaktionsplan soll überarbeitet werden, sodass er maßgeblich für alle genutzten Kanäle und Anwenderinnen und Anwender gilt. Langfristiges Ziel ist es, den Unternehmensumsatz zu erhöhen, das Unternehmen überregional bekannter zu machen sowie die Kundinnen und Kunden stärker an sich zu binden.


Die Vorgehensweise

Zusammen mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen wurde zunächst eine Ist-Analyse des bisherigen Social-Media-Marketings durchgeführt. Dabei ging es darum, wie bisherige Kanäle bespielt werden, wie der Redaktionsplan genutzt wird und welche Angestellten die Social-Media-Kanäle wie pflegen. In einem Workshop wurden zunächst aktuellen Wissensgrundlagen im Bereich Social Media vermittelt sowie einige Best-Practice-Beispiele vorgestellt. Im nächsten Schritt, der wiederum in Form eines Workshops durchgeführt wird, geht es darum, die Zielgruppen für die Social Medie Kanäle zu definieren, die künftigen Ziele festzulegen und Maßnahmen zu formulieren. Nachdem die Strategie von den Angestellten und der Unternehmensführung ausgearbeitet wurde, geht es in die Umsetzung, bei der das neue Wissen und die neuen Strukturen angewandt werden.


Das Ergebnis

Wie erreicht man die Zielgruppen auf Instagram?

Das Projekt befindet sich derzeit in der Umsetzungsphase.
Die Planungs- und Analysephase wurden erfolgreich abgeschlossen.

 


Methoden

  • Grundlagenschulung Social Media
  • Ist-Analyse: Nutzung der Accounts (Communitypflege, Hashtags, Verlinkungen), Followerzahlen, Bildsprache
  • Präsentation von Best-Practice-Beispielen (Nutzung von Storytelling)
  • Erstellung von Personas
  • Social-Media-Strategie

Suchmaschinen-Stichworte für Lösungsanbieter

  • Social Media Marketing
  • Online Marketing
  • Influencer Marketing

Art des benötigten Umsetzungspartners/ Dienstleisters

  • Social Media-Agentur / Kommunikationsagentur

Die Umsetzung der neuen Social Media Strategie erfolgt durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Modehauses begleitet durch das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen. Die Angestellten werden auch weiterhin die Accounts pflegen und Beiträge für die Auftritte in den sozialen Medien erstellen.


Dauer der Einführung/ Projektdauer

Das Projekt startete im März 2019 mit einer ersten Kontaktaufnahme bei der IHK Oldenburg. Im Juni folgte dann der Einführungs-Workshop Ist-Analyse/Nutzung von Social Media im Einzelhandel. Die weiteren Phasen befinden sich in der Umsetzung.


Kosten

Da das Social-Media-Marketing intern erfolgt, fallen zusätzlich nur Kosten für mögliche Werbebudgets auf den Kanälen sowie für mögliches Influencer-Marketing an.

Einzelhandel und soziale Medien – wie passt das zusammen?

Einzelhandel und soziale Medien – wie passt das zusammen?

Der erste Workshop

Bei bestem Wetter fanden wir uns Ende Juni über den Dächern der Oldenburger Innenstadt zu einer Innovationswerkstatt beim Unternehmen Gerhard Bruns GmbH & Co. KG ein.
Gemeinsam mit einer bunten Mischung aus Geschäftsführung und Mitarbeiterinnen aus administrativen Bereichen sowie aus dem Verkauf stellten wir uns der Frage, wie das traditionsreiche Einzelhandelsunternehmen für Herrenmode soziale Medien am besten für sich nutzen kann und mit einer neuen Strategie für das Social-Media-Marketing
Ein Buzzword-Bingo, das die Möglichkeit gab, ganz nebenbei die wichtigsten Begriffe aus dem Themenfeld Social Media kennenzulernen
 

Weiter geht’s!

Die erste Etappe ist geschafft: Mit der Übermittlung von Social-Media-Basiswissen und einer Analyse der aktuellen Tätigkeiten des Unternehmens in den sozialen Medien, ist der Grundstein für die Erarbeitung einer erfolgreichen Social-Media-Strategie gelegt. Im nächsten Schritt werden wir die Zielgruppen des Unternehmens genauer unter die Lupe nehmen, denn die drei Bereiche Herrenmode, große Größen und Berufsbekleidung begeistern in den Geschäften viele verschiedene Herren, die es nun auch online zu erreichen gilt!

Das Digitale Jetzt XI: Gamification – Spielerisch ins digitale Zeitalter

“Das Digitale Jetzt” startet in Runde elf!
Zum zweiten Mal ist Oldenburg das Ziel der Gemeinschaftsveranstaltung vom Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen, dem Branchenverband bremen digitalmedia und dem Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen. Im TGO (Technologie- und Gründungszentrum Oldenburg) erlebten die Rund 40 Gäste zunächst zwei spannende Vorträge zum Thema Gamification.