Ein Sparringspartner für die Digitalisierung

Zwischen Beton und Building Information Management – das Bauwesen digitalisiert sich. Die Bremer WBA Abdichtungssysteme setzen auf die Unterstützung des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Bremen, um sich für die Zukunft zu wappnen.

Nachhaltigkeit spielt bei dem bremischen Bau-Spezialisten WBA Abdichtungssysteme eine große Rolle. Das Unternehmen entwickelt neue Verfahren, die Gebäude langfristig schützen, und Nachbesserungen, Sanierungsaufwände und damit  auch C02-Emissionen minimieren sowie Ressourcen schonen. Dazu gehören selbstheilende Betonsysteme, Flächen- und Fugenabdichtungsmittel oder schadstofffreier Schimmelschutz.

„Wir erhöhen die Effektivität während der Verarbeitung und verbessern die Oberflächeneigenschaften – was Kosten spart. Dazu kooperieren wir mit wissenschaftlichen Instituten zusammen, um neue Produkte zu entwickeln“, sagt Inge Heydt, verantwortlich für Innovation, Entwicklung und Projektmanagement bei WBA Abdichtungssysteme.

Innovativ sollen aber nicht nur die Materialien des Unternehmens mit seinen sieben Angestellten sein – auch die Prozesse im Hintergrund. „Digitale Verfahren halten in der Baubranche Einzug, zum Beispiel das Building Information Management BIM. Zudem verändert sich auch die Art und Weise, wie wir mit unseren Zielgruppen kommunizieren – diesen Anforderungen wollen wir gerecht werden“, so Heydt.

Jörg Wagener und Inge Heydt, Bild: WFB/Pusch

Partner in der Digitalisierung gefunden

Auf das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum sowie den Digitallotsen Bremen aufmerksam geworden, wandte sich das Unternehmen im Dezember 2019 an die Expertinnen und Experten. „Uns war ein Partner wichtig, der uns auf dem Weg begleitet – den haben wir im Kompetenzzentrum gefunden“, lobt Heydt das bremische Engagement. „Das Team ist auf unsere Bedürfnisse schnell und flexibel eingegangen. Die Baubranche hat einige Besonderheiten, da waren wir froh, Experten bei uns zu haben, die sich auch in diesem Bereich auskennen.“

Nach der ersten Kontaktaufnahme organisierte das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum einen Workshop, in dem unter anderem an einer Digitalisierungs-Roadmap gearbeitet wurde. Diese zeigte dem Unternehmen einen Pfad für die Zukunft auf.

„Eine weitere Baustelle war unser Wunsch unser Standardprozesse neu und  zukunftsorientiert aufzustellen. Gemeinsam mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen konnten wir  unsere Überlegungen und Entscheidungsgrundlagen für ein neues ERP-System kompetent diskutieren, uns mit wertvollen Erfahrungswerten versorgen und hinsichtlich zukünftiger Entwicklungen, Trends  und Technologien zusätzliche Entscheidungskriterien an die Hand geben, anhand der wir jetzt die Wahl für eine Software noch zuverlässiger treffen können. Sie waren ein echter und wichtiger Sparringspartner für uns“, so Heydt weiter.

Als weiteren Punkt lobt Heydt zudem die Bereitstellung von Kontakten, wie etwa zum Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Planen und Bauen in Oldenburg, das sich auf die Digitalisierung des Bauwesens spezialisiert hat.

Weitere Informationen zur Digitalisierung im Handwerk und zu Förderprogrammen gibt es bei Daniel Schneider, 0421 9600260 oder ds@kompetenzzentrum-bremen.digital

 

Die Smart Speaker Story

Audioexperten des Fraunhofer IDMT in Oldenburg haben mit dem Audiodesign des »Smart Speaker« der Deutschen Telekom viel Klang auf wenig Raum geschaffen. Ein Film gibt nun Einblick in die Entwicklung, den Umfang und die Funktionsweise des Produkts. Dabei spannt er den Bogen von der ersten Ideenfindung über die Konzeptionsphase und die kooperative Zusammenarbeit der Partner bis zur Realisierung einer akustischen End-of-Line Kontrolle für die Produktion.

Weitere Informationen erhalten Sie HIER.

 

Schweißsimulator: VR-Technik in der Schweißerausbildung

Der Demonstrator ermöglicht die Trainingssimulation für Schweißprozesse.

Erfahren Sie, wie mithilfe einer realitätsnahmen Simulation auf Basis von Virtual Reality (VR) manuelle Schweißverfahren gelernt werden können und während der Übungsausführung Hinweise zur Optimierung der Handhabung dargestellt werden.

Generell wird ein Einsatz des Simulators im ersten Drittel der Schweißausbildung empfohlen.
Die Simulation kann Sie dabei unterstützen, typische Anfängerfehler zu vermeiden und eine ergonomische Arbeitsweise zu vermitteln. Zudem können Sie das Schweißen in Zwangspositionen (z. B. liegend oder in beengten Räumen) durch entsprechende Positionierung des Werkstücks gezielt trainieren.

Schweißen wird traditionell in Schweißkabinen erlernt. Die Lernenden schweißen isoliert und erhalten im Anschluss Feedback zu ihrem Ergebnis, der Schweißnaht. Dies ist an unserem Schweißsimulator anders:

  • Am Simulator wird das Feedback bereits während der Übungsausführung vermittelt, sodass ein besserer Lerneffekt entsteht.
  • Das Feedback erfolgt mittels Sensorik und ist neutral, was die Gespräche zwischen Lernenden und Lehrenden entspannt. Kritik wird besser angenommen, wenn Sie durch objektive Messung gestützt ist.

Im realen Schweißprozess entstehen hohe Temperaturen und UV-Strahlung, die die Augen schädigen kann. Daher wird mit Sichtschutz, Schürze und Handschuhen geschweißt.
Am Simulator entfallen die wesentlichen Gefahrenquellen. Daraus resultieren einige Vorteile:

  • Das Verletzungsrisiko ist erheblich geringer.
  • Es kann eine engere Übungsbetreuung erfolgen und eine ergonomische Arbeitshaltung leichter vermittelt werden.
  • Einzel- Gruppen-, oder Klassenraumübungen werden möglich. In einem Klassenraum kann das Bild z. B. über einen Beamer ausgegeben werden.
  • Die Barriere zum Ausprobieren des Simulators ist gegenüber einem echten Schweißgerät deutlich geringer. Der Simulator kann auf Messen und z. B. zur Berufsorientierung eingesetzt werden.
  • Der Simulator bietet einen Lernort für den weder ein Sichtschutz, noch eine Absauganlage erforderlich ist.
    Schweißen ist mit vor- und nachgelagerten Prozessen verbunden, bei denen u. A. die Übungsbleche abgekühlt, aufgetrennt, geschliffen und wieder eingespannt werden. Die Bleche im Simulator werden nur virtuell verschweißt.
  • Die Simulation erlaubt eine Wiederholung innerhalb weniger Sekunden und führt zu einer deutlich schnelleren Übungsfolge.
  • Verbrauchsmaterial wird eingespart (Bleche, Schutzgas)

 


Das Projekt „MESA – Medieneinsatz in der Schweißbranche“ (http://mesa-projekt.de) wurde im Rahmen des Programms „Digitale Medien in der beruflichen Bildung“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Vom 01.08.2015 bis 31.01.2019 wurden neue Konzepte und Technologien für die Aus- und Weiterbildung in der Schweißbranche untersucht. Die wesentlichen Forschungsschwerpunkte waren die Integration von Trainingssimulatoren und anderen digitalen Medien in die Qualifizierungsprozesse von Schweißer/-innen sowie die Realisierung von Blended-Learning-Konzepten, bei denen Präsenzveranstaltungen mit virtuellem Lernen verbunden werden.

Um die Projektinhalte anwendungsnah zu gestalten, arbeitete der Projektverbund eng mit dem DVS (Deutschen Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e.V.) sowie einem erweiterten Kreis von metallverarbeitenden Unternehmen und Bildungsträgern zusammen.

Neben den Projektpartnern setzen bereits viele Unternehmen und Bildungsträger Trainingssimulatoren in der Schweißausbildung ein (Stand 2019).

Dürfen wir vorstellen: Digitalisierung in der Praxis!

Die Digitalisierung führt uns in eine spannende neue Zeit. Vieles wird sich zum Guten ändern, manches wird aber auch mit Risiken verbunden sein. Mit den folgenden drei Praxisbeispielen zeigen wir unterschiedliche Muster der digitalen Transformation auf – inklusive erster Ansätze für Umsetzungen in der Praxis.

Funketikett für Hammer und Bohrmaschine

Handwerksbetriebe müssen immer wieder vermeidbare Fahrtzeiten in Kauf nehmen, weil benötigtes Werkzeug im Lager vergessen oder auf Baustellen verloren wurde. Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts soll nun eine Technologie entwickelt werden, die alle Werkzeuge per Funketikett automatisch identifiziert und somit dem Mitarbeiter im Auto eine schnelle Kontrolle des Beladungsstatus ermöglicht. Dadurch werden Doppelfahrten vermieden, Kosten gespart und Nerven geschont.

Mehr Informationen zum Praxisbeispiel gibt es hier.

Werker-Assistenzsysteme

Nicht automatisierte Arbeitsschritte begünstigen Fehler und erfordern in der Regel den Einsatz von Fachpersonal. Der Anlagenbauer SCHUBS Steuerungstechnik hat daher ein Werker-Assistenzsystem für die Montage von Schaltschränken entwickelt. Das System zeigt nach dem Einscannen eines Bauteils die Einbauposition auf der Montageplatte an. Nun kann die Arbeit auch von ungelernten Mitarbeitern oder Arbeitnehmern mit geistiger Behinderung durchgeführt werden.

Mehr Informationen zum Praxisbeispiel gibt es hier.

Projektionssysteme für die Fertigung und Montage

Laserprojektionssysteme werden oft in der Fertigung eingesetzt. Sie zeigen Mitarbeitern dort beispielsweise den nächsten Arbeitsschritt und das benötigte Bauteil an. Die Systeme erfordern in der Regel jedoch manuelle Eingaben der Nutzer, um den Status des Vorgangs zu erkennen. Die LAP GmbH hat nun ein System entwickelt, das den Prozessfortschritt mit Hilfe modernster Bilderkennungstechnologie automatisch ermittelt. Es zeigt dem Mitarbeiter ohne dessen Eingreifen den nächsten Arbeitsschritt an und unterstützt dabei gleichzeitig die Qualitätssicherung.

Mehr Informationen zum Praxisbeispiel gibt es hier.

Die dargestellten Technologien können branchenübergreifend eingesetzt  werden. Sie zeigen auf, wie die Digitalisierung helfen kann, die Komplexität von Arbeitsschritten zu verringern, die Kommunikation zu verbessern und viele Prozesse transparenter zu gestalten.

 

 

 

 

Auf der großen Digitalisierungs-Convention wurde mutig in die Zukunft geblickt

Teilnehmer der Convention "Das Digitale Jetzt" bei der Vorstellung der Praxisbeispiele.

Rund 120 Gäste, Aussteller und Referenten feierten am 26. September 2019 gemeinsam das einjährige Bestehen der Veranstaltungsreihe “Das digitale Jetzt”. Bei der großen Digitalisierungs-Convention im Flydeck im Ecos Office Center auf dem Teerhof blickten sie zurück auf das vergangene Jahr, aber vor allem nach vorne in Richtung Zukunft: Künstliche Intelligenz, Augmented Reality, 3D-Druck, Gamification – in Workshops und in der Ausstellung gab es nicht nur Informationen dazu, sondern die Gäste konnten auch vieles selbst ausprobieren.
Lesen Sie den gesamten Artikel auf der Seite von bremen-digitalmedia.de
Zu den Fotos des Events geht es hier.
 

“Das digitale Jetzt – spannende Beispiele aus der Praxis” ist eine Veranstaltungsreihe von bremen digitalmedia und des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen. Mit der Reihe sollen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen eingeladen werden, sich mit verschiedenen Themen der Digitalisierung auseinander zu setzen und im Dialog mit Experten aus der Praxis weiter zu bilden.

Die nächsten Termine sind

30. Oktober 2019, 17:00 Uhr, Radiusmedia KG augment it: “Willkommen in der neuen Welt – Mit AR schneller ans Ziel”

13. November 2019, 17:00 Uhr, ProLog Innovation: “LEGO SERIOUSPLAY® als Kreativitäts- und Kommunikationsmethode”

10. Dezember 2019, 17:00 Uhr, DOCK.ONE: “Digitale Innovationen für den Maschinen- und Anlagenbau”

Heute schon ans Übermorgen denken

Was tun, wenn die Digitalisierung das eigene Geschäftsmodell verdrängt? Darüber macht sich der Schuhmaschinenproduzent Desma schon länger Gedanken – und kommt zu erstaunlichen Schlüssen: Angriff heißt die Devise.

Wer von Christian Decker begrüßt wird, bemerkt unweigerlich, dass der erste Blick des Desma-Geschäftsführers den Schuhen seines Gegenübers gilt – eine Art Berufskrankheit. Decker ist so etwas wie der Visionär des Weltmarktführers aus Achim, ein Vordenker, der heute schon ans Übermorgen denkt. Der Maschinenbauer beschäftigt sich liebend gerne mit neuen Technologien und hat im Unternehmen bereits vor Jahren ein „Innovation Center“ gegründet, hier tüfteln er und sechs weitere Spezialistinnen und Spezialisten an der Zukunft der Schuhmaschine und den komplexen Fertigungsverfahren dahinter.

Oder besser gesagt: An einer Zukunft ohne Schuhmaschine. „Der Trend geht zu immer kleineren Stückzahlen pro Schuhdesign, die Modetrends werden immer schnelllebiger. Der letzte Schritt in dieser Kette ist der 3D-Druck, die Möglichkeit, jeden Schuh individuell zu fertigen, nach eigenen Wünschen“, prophezeit Decker.

Das eigene Geschäftsmodell hinterfragen

Eine Entwicklung, die starke Umsatzeinbußen für den Schuhmaschinenproduzenten bedeuten könnte. Sind Schuh-3D-Drucker künftig weit verbreitet, geht der Bedarf an Maschinen von Desma zurück. Aus diesem Grund tüfteln Decker und sein Team daran, das eigene Produktportfolio und die Zukunft des 3D Drucks mitzugestalten.

Und dabei hält er sich an die ganz Großen: Zusammen mit dem US-amerikanischen Computerhersteller HP hat er die „Fitstation“ entwickelt. Eine Cloud-Plattform mit angeschlossener Hardware, welche den Fuß vermisst und analysiert, daraus ein ideales Schuhprofil erstellt und dieses in einer Cloud speichert. „Später kann die Kundin oder der Kunde mit seinem Profil zu einem 3D-Drucker oder Onlinestore gehen und perfekt sitzende Schuhe bestellen – egal, wo auf der Welt, jedes Paar ein Unikat“, träumt Decker.

Bild: DESMA

Maschinenbauer und Datenkonzern

Gleich mehrere Dinge sind an dieser Neuentwicklung erstaunlich. Erstens: Das Geschäftsmodell dahinter – die Vermessung und Speicherung der Fußmaße – ist rein datenbasiert. Zweitens: Sie zielt auf den Endkunden ab, gelinde gesagt ungewöhnlich für einen Sondermaschinenbauer.

„Wir wollen künftig an jedem Schuh verdienen, egal, ob er auf einer Desma-Maschinen produziert wird oder auf einem 3D-Drucker. Deshalb bauen wir eine Plattformlösung und deshalb wenden wir uns dem Endkunden-Geschäft zu. Nur so können wir weiterbestehen“, sagt Decker. Eine Textbuchlösung, wie sie aus dem Silicon Valley stammen könnte – auch deshalb hat er sich einen Riesenkonzern aus dem Techtal als Partner gesucht.

Es sind Sätze wie jene, die zeigen, warum man den Geschäftsführer und Sneakerfan Decker als Visionär bezeichnen könnte. Er hat das Credo des Silicon Valley verinnerlicht: Daten sind das neue Gold und in Zeiten der Netzwerkökonomie gewinnt derjenige, welcher die erfolgreichste Plattform aufbaut – sei es Facebook, Amazon oder eben die Cloud für Schuhmaße.

Und warum beim Fuß aufhören? Decker kann sich problemlos vorstellen, eines Tages den ganzen Körper zu vermessen, digital zu speichern und eine Art App-Store für individualisierbare Kleidung zu erfinden. „Keiner erwartet, dass so etwas von einem kleinen Maschinenbauer ausgeht. Aber warum nicht? Nur so bleiben wir am Ball“, sagt er.

Die Schuhwelt verändert sich

Begeisterung für neue Technologien begleitete Decker schon immer als Student experimentierte er mit den ersten weltweit verfügbaren 3D-Druckern im Bremer Institut für Produktion und Logistik, BIBA. Neben der Neugier treibt ihn auch wirtschaftlicher Druck an. Die Schuhproduktion ist ein hartes Geschäft, Schuhhersteller versuchen, so günstig wie möglich zu produzieren. Und der Konkurrenzdruck nimmt zu.

Deshalb müssen die Maschinen immer effizienter werden, Automatisierungslösungen, die auf digitale Technologien setzen, gibt es bei Desma bereits lange. „Wir verkaufen Effizienz und dazu gehört heute die volle Digitalisierung der Produktion. Dazu haben wir schon vor Jahren die Weichen gestellt und entwickeln die Technologie stetig weiter“, so Decker. „Aber in Zukunft wird das nicht mehr reichen. Die Zukunft gehört neuen Technologien. Digitalisierung ist mehr als ein Computer in der Produktionshalle – deshalb setzen wir auf 3D-Druck und digitale Plattformen.“

Bild: DESMA

Zukunftsmusik komponieren

Freilich – vieles davon ist noch Zukunftsmusik. Die „Fitstation“ steckt in den Kinderschuhen und Deckers Ideen benötigen noch Jahre, bis sie Realität werden. „Man kann den Hebel nicht sofort umlegen. Es braucht Zeit, bis sich neue Prozesse durchsetzen, nicht nur bei den Kunden, auch im eigenen Unternehmen“, sagt er. Bisher verlässt sich Desma noch auf das Schuhmaschinengeschäft, die Zukunftsvisionen tragen sich heute noch nicht selbst. „Wir brauchen einen langen Atem“, gibt er zu.

Damit ihm nicht zwischendurch die Puste ausgeht, setzt Decker alles daran, für seine Visionen zu werben. „Der Antrieb muss von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern selbst kommen. Ich möchte die Menschen mitnehmen und versuche, Enthusiasmus für Neues zu wecken.“

Für Nachwuchs sorgen

Dazu setzt er auch auf junge Talente: Im Summer TechCamp erhalten Schülerinnen und Schüler drei Tage lang in den Sommerferien Einblick in den modernen Maschinenbau, ins Programmieren, ins Design und in neue Technologien wie Virtual Reality. „Wir brauchen kreativ denkende Menschen. Deshalb organisieren wir das Camp oder gehen in Schulen, um Neugier für das Thema zu wecken“, schildert er.

Eine weitere Idee von Decker befindet sich gerade in Entwicklung: Ein Start-up Campus auf dem Gelände des Schuhmaschinenherstellers, in dem sich junge Unternehmen günstig einmieten können. „Die Idee ist, gegenseitig voneinander zu profitieren: Wir geben unsere Erfahrungen und Kontakte weiter, Start-ups bringen neue Ideen ein“, stellt es sich Decker vor.

Eine Zukunft braucht diejenigen, die sie umsetzt

Der Blick hinter die Kulissen von Desma zeigt: Eine erfolgreiche digitale Transformation hängt immer von Menschen ab. Von denen, die eine Vision haben und in ihrem Unternehmen umsetzen möchten – aber auch bereit sind, Wissen und Ideen von außen zuzulassen und zu integrieren.

Digitalisierung ist eben nicht der neue Computer in der Werkhalle, der Klemmbrett und Stift ersetzt. Das ist lediglich ein Baustein auf dem Weg hin zu einem neuen digitalen Geschäftsmodell. Die Kernfrage ist eine andere: „Was könnte geschehen, damit wir in zehn oder zwanzig Jahren nicht mehr gebraucht werden? Welche Technologien müssen erfunden werden, welche gesellschaftlichen Veränderungen geschehen? Diese Entwicklung müssen wir vorwegnehmen, daran müssen wir uns jetzt setzen!“, fasst es Decker zusammen. Denn jemand anderes arbeitet ganz sicher schon daran.

Ein traditionsbewusstes Herrenmodehaus setzt auf Social Media

Foto: Foto und Bilderwerk

Das Unternehmen

 

  • Sitz: Oldenburg
  • Größe: 130 Angestellte
  • Branche: Textil Einzelhandel, Herrenmode
  • Gründungsjahr: 1896
  • Name des KMU: Gerhard Bruns GmbH & Co KG

Bruns ist ein Familienunternehmen, das seit fast 125 Jahren im Bereich Einzelhandel für Männermode tätig ist. Es bietet Bekleidung für den Herren in jeder Lebenslage: Herrenmode, große Größen und Berufsmode. Während die Kategorien Herrenmode und Berufsmode derzeit nur in regionalen Filialen erhältlich sind, gibt es für den Bereich große Größen neben den Filialen zudem einen Online-Shop.


Die Herausforderung

[two_third]Für den Einzelhandel sind soziale Medien ein wichtiger Kanal, um junge Menschen anzusprechen, gerade in der Modebranche. Das Modehaus Bruns in Oldenburg verfügt bereits über zwei Social-Media-Kanäle (Facebook und Instagram), die parallel von mehreren Angestellten gepflegt werden. Da alle zuständigen Mitarbeiter neben ihrer Haupttätigkeit im Verkauf die Social-Media-Kanäle pflegen, fehlte es bisher an Zeit für die Entwicklung eines vorausschauenden Konzepts für das Marketing in den sozialen Medien. Auch einen einheitlichen Marken-Auftritt nach außen gibt es bisher nur bedingt. Dieser ist jedoch wichtig in einer Branche, in der Konsumenten über ein starkes Markenbewusstsein verfügen. Darüber hinaus werden noch nicht alle Zielgruppen des Hauses über den Auftritt in den sozialen Medien bedient.[/two_third]

 

Herrenmode auf Bruns’ Instagram Kanal

Der Wunsch

Das Modehaus möchte die aktuelle Social-Media-Strategie überarbeiten, um die Zielgruppen besser zu erreichen und die Reichweite zu steigern. Die internen Prozesse sollen transparenter gestaltet und optimiert werden. Der bestehende Redaktionsplan soll überarbeitet werden, sodass er maßgeblich für alle genutzten Kanäle und Anwenderinnen und Anwender gilt. Langfristiges Ziel ist es, den Unternehmensumsatz zu erhöhen, das Unternehmen überregional bekannter zu machen sowie die Kundinnen und Kunden stärker an sich zu binden.


Die Vorgehensweise

Zusammen mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen wurde zunächst eine Ist-Analyse des bisherigen Social-Media-Marketings durchgeführt. Dabei ging es darum, wie bisherige Kanäle bespielt werden, wie der Redaktionsplan genutzt wird und welche Angestellten die Social-Media-Kanäle wie pflegen. In einem Workshop wurden zunächst aktuellen Wissensgrundlagen im Bereich Social Media vermittelt sowie einige Best-Practice-Beispiele vorgestellt. Im nächsten Schritt, der wiederum in Form eines Workshops durchgeführt wird, geht es darum, die Zielgruppen für die Social Medie Kanäle zu definieren, die künftigen Ziele festzulegen und Maßnahmen zu formulieren. Nachdem die Strategie von den Angestellten und der Unternehmensführung ausgearbeitet wurde, geht es in die Umsetzung, bei der das neue Wissen und die neuen Strukturen angewandt werden.


Das Ergebnis

Wie erreicht man die Zielgruppen auf Instagram?

Das Projekt befindet sich derzeit in der Umsetzungsphase.
Die Planungs- und Analysephase wurden erfolgreich abgeschlossen.

 


Methoden

  • Grundlagenschulung Social Media
  • Ist-Analyse: Nutzung der Accounts (Communitypflege, Hashtags, Verlinkungen), Followerzahlen, Bildsprache
  • Präsentation von Best-Practice-Beispielen (Nutzung von Storytelling)
  • Erstellung von Personas
  • Social-Media-Strategie

Suchmaschinen-Stichworte für Lösungsanbieter

  • Social Media Marketing
  • Online Marketing
  • Influencer Marketing

Art des benötigten Umsetzungspartners/ Dienstleisters

  • Social Media-Agentur / Kommunikationsagentur

Die Umsetzung der neuen Social Media Strategie erfolgt durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Modehauses begleitet durch das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen. Die Angestellten werden auch weiterhin die Accounts pflegen und Beiträge für die Auftritte in den sozialen Medien erstellen.


Dauer der Einführung/ Projektdauer

Das Projekt startete im März 2019 mit einer ersten Kontaktaufnahme bei der IHK Oldenburg. Im Juni folgte dann der Einführungs-Workshop Ist-Analyse/Nutzung von Social Media im Einzelhandel. Die weiteren Phasen befinden sich in der Umsetzung.


Kosten

Da das Social-Media-Marketing intern erfolgt, fallen zusätzlich nur Kosten für mögliche Werbebudgets auf den Kanälen sowie für mögliches Influencer-Marketing an.

Business Modell Canvas – ist Ihr Geschäftsmodell gerüstet für die Digitale Welt?

Business Modell Canvas – ist Ihr Geschäftsmodell gerüstet für die Digitale Welt?

Im Rahmen eines Schulungstermins wurden Führungskräfte eines mittelständischen Unternehmens durch Mitarbeiter des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen durch verschiedenen Themen der Digitalisierung geführt.
In einer informellen Atmosphäre konnten so Ideen beschrieben und offene Fragen geklärt werden. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Erstellung eines „Business Model Canvas“ (BMC). Das BMC ist eine Methode zur Abbildung und Analyse des Geschäftsmodells. Durch das Beschreiben von Kernkompetenzen und  den Beziehungen zu (Haupt-)kunden können so Stärken und Schwächen des bestehenden oder zu erstellenden Geschäftsmodells identifiziert werden.
Diese Kompetenzen und Beziehungen wurden dann durch die wissenschaftliche Begleitung des Kompetenzzentrums von den Mitarbeitern des Unternehmens eigenständig zu Ansätzen für Digitalisierungspotentiale weiterentwickelt. Die Erarbeitung dieser Leistungen erfolgte dabei vorwettbewerblich um eine Nutzenabschätzung bei der Beauftragung eines Beratungsunternehmen durchführen zu können.
Die Teilnehmer, zu Beginn der Veranstaltung zwar skeptisch aber „offen für alles“, haben eben die Veranstaltung mit einem Rucksack voller Ideen und einer Verabredung zur weiteren Zusammenarbeit wieder verlassen. Das Unternehmen aus der Immobilienbranche wird sich auch für die Bearbeitung weiterer Themen an das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen wenden. So wurden Themen wie Datensicherheit oder Mixed Reality-Brillen als bedeutsam herausgearbeitet.
 
Haben auch Sie Interesse an einem kostenlosen Check Ihres Geschäftsmodells?
Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!
kontakt@kompetenzzentrum-bremen.digital
0421 – 6969 899 0

Ist Block-Chain-Technologie die Lösung?

Ist Block-Chain-Technologie die Lösung?

Das Thesenpapier unseres Konsortialpartners ISL steht ab sofort zum kostenfreien Download bereit
Der Seeverkehr ist von zentraler Bedeutung für die Weltwirtschaft. Mehr als 90 % der interkontinental gehandelten Güter werden auf dem Seeweg transportiert –
gerade für den „Exportweltmeister“ Deutschland sind die Häfen daher eine zentrale Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg.
Signifikante Störungen großer Häfen führen daher zu negativen Auswirkungen für die maritimen Lieferketten und Schäden für die maritime sowie die Handel treibende Wirtschaft.
Einen möglichen Angriffspunkt für Kriminelle bilden dabei die Informations- und Kommunikationstechnologien.
In seinem aktuellen Thesenpapier setzt sich das ISL mit dieser Problematik auseinander und zeigt auf, mit welchen Maßnahmen der Cybergefahr begegnet werden sollte.
Das PDF-Dokument steht hier kostenfrei zum Download bereit und bildet die Fortsetzung einer Reihe von Thesenpapieren, die das ISL in Abstimmung mit seinem Wissenschaftlichen Beirat zu aktuellen Themen aus Schifffahrt und Logistik verfasst und Ihnen zur Verfügung stellt.
Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen!

Wer wartet schon gerne auf sein Eis?! – Dynamisches Slotmanagement an der Laderampe

Die Sonne brennt – das Eisgeschäft brummt.

Stellen Sie sich vor, Sie bestellen bei Ihrem Lieblingseismann im Nachbarstadtteil drei Spaghetti-Eis um sie direkt nach Ankunft in Empfang zu nehmen. Wäre es nicht wunderbar, wenn der Eismann alles vorbereitet hat, wenn Sie die Eisbude betreten und Sie nurnoch drauf los Löffeln müssten? Aber was wäre, wenn wir uns dann doch ein paar Minuten verspäten oder auf einmal keine Lust mehr auf Eis haben?!
Und wenn wir dieses Szenario größer denken?
Dieser und ähnlicher Herausforderungen müssen sich Spediteure, Verlader, LKW-Fahrer und Mitarbeiter der Logistik jeden Tag stellen. Nicht für drei Spaghetti-Eis, sondern für ganze LKW-Ladungen voller Produkte. Hier sind die bekannt: Probleme an der Verladerampe, wenn es wieder länger dauert. Und wenn dann auch noch sensible Ladung und Termindruck zusammenkommen, liegen schnell die Nerven blank.